Obama im Urlaub mit Richard Branson.

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Ausland

Menschen des Jahres: Was wurde aus ... Barack Obama?

Der ehemalige US-Präsident war unser Mensch des Jahres 2008. Vom ersten schwarzen Präsidenten der USA wurde damals nichts weniger erwartet, als die Weltwirtschaft zu retten.

Mit einer Trump-Tirade nach der anderen konfrontiert, fällt es schwer, sich an jene Zeit zu erinnern, als Barack Obama zum ersten schwarzen Präsidenten der USA gewählt wurde: "Barack Obama versetze die Welt 2008 in Staunen", befand damals profil. "Selten hat sich jemand zwingender als Mensch des Jahres aufgedrängt".

Zu dieser Zeit steckte die Welt mitten in einer ausgewachsenen Wirtschaftskrise, ausgehend von den USA. Den Entscheidungen des neuen US-Präsidenten wurde die Macht zugeschrieben, die Wirtschaft seines Landes und somit die der ganzen Welt aus den Turbulenzen zu steuern. Und Obama hat geliefert.

Obamas Maßnahmen lassen sich rückblickend nur daran messen, was an Folgen der Rezession zu befürchten war. Ausgestattet mit dem Wissen um die Wirtschaftskrise 1929 entschlossen sich Obamas Berater dafür, die Staatsausgaben zu erhöhen. Bereits 2010 war das BIP der USA wieder auf Vorkrisenniveau. Die Arbeitslosenrate liegt mittlerweile bei nur noch 4,1 Prozent (Oktober 2017, EU 7,5 %). In der Bevölkerung scheinen diese Erfolge jedoch nicht angekommen zu sein, nicht umsonst lautete Donald Trumps Wahlspruch "Make America Great Again".

US-Präsident Barack Obama bei seiner letzten Rede.

US-Präsident Barack Obama bei seiner letzten Rede.

Barack Obamas Zeit als Präsident war nach zwei Legislaturperioden 2017 schließlich zu Ende. Mit einem Friedensnobelpreis im Regal und der Aussicht auf eine Pension von rund 200.000 Dollar im Jahr verabschiedete sich Obama kurz nach Ende seiner Amtszeit in den Urlaub (Bild): "Wir werden endlich etwas Schlaf nachholen und uns Zeit für unsere Familie nehmen, und einfach eine Zeit lang still sein." Kurz zuvor zogen die Obamas vom Weißen Haus in eine Backsteinvilla in Washington, wo sie leben werden, bis die jüngere Tochter Sasha (16) die Schule abschließt. Tochter Malia (19) studiert inzwischen in Harvard und wurde unlängst in inniger Umarmung mit einem Studienkollegen gesichtet.


Yes, we did. Yes, we can.

Obama selbst und auch seine Frau Michelle haben ausgeschlossen, noch einmal für politische Ämter zu kandidieren. Sie wollen jedoch weiter an der politischen Diskussion teilhaben und sich für verschiedene Anliegen engagieren, dafür haben sie die "Obama Foundation" gegründet. In letzter Zeit ist Barack Obama vor allem als Befürworter des Pariser Klimaabkommens unterwegs und traf in diesem Kontext bereits Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron zu einem Meinungsaustausch. Das Abkommen ist eines der vielen Projekte, die Obamas Nachfolger Donald Trump gerne ungeschehen machen möchte. Ein weiteres ist die Krankenversicherung Obamacare. Nachdem ein Gesetzespaket zur Abschaffung im Sommer gescheitert war, sieht Trumps Steuerreform nun die Abschaffung einer wichtigen Säule von Obamacare – der Versicherungspflicht – vor.

Erfahren Sie, wer der Mensch des Jahres 2017 ist, am 18. Dezember in der Spezialausgabe von profil und schon vorher auf profil.at!

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  • Margarete Nihsl (margretni)
    Margarete Nihsl (margretni) Mi, 06. Dez. 2017 20:42

    Der Gegensatz zwischen Obama und Trump könnte wahrlich größer nicht sein, und das Pendel schlägt eindeutig zu Obamas Gunsten aus. Lediglich die Verleihung des Friedensnobelpreis fand ich überzogen, wiewohl mir die eher symbolische Bedeutung der Verleihung bewusst ist.

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