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Fußball WM 2018: Warum sich der Iran seine Trikots selbst kaufen muss

Sollte es der Iran bei der Fußball-WM in Russland weit schaffen, könnte die Mannschaft ein Problem beim Nachschub ihrer Trikots bekommen. Denn das Team hat aufgrund der Wirtschaftssanktionen keinen offiziellen Ausrüster.

Alle guten Dinge sind fünf. Nach vier gescheiterten Versuchen 1978 in Argentinien, 1998 in Frankreich, 2006 in Deutschland und 2014 in Brasilien will das iranische Nationalteam beim fünften Anlauf endlich in die Gruppenphase einer Fußball-WM. Und die Chancen stehen nicht schlecht. Für die Endrunde hat sich das Land souverän qualifiziert. Ohne Niederlage landete die Mannschaft in der Asien-Gruppe A vor Südkorea und holte sogar mehr Punkte als Japan (Gruppe B). Auch der Auftakt in Russland ist gelungen: Marokko wurde 1:0 besiegt. Sollte sich die Mannschaft gegen Spanien und Portugal ähnlich gut präsentieren, könnte tatsächlich das Achtelfinale möglich sein.

Sofern die Mannschaft dann noch genügend Trikots hat. Denn der Iran ist das einzige Land, das keinen offiziellen Trikotsponsor hat. Der Grund sind die Wirtschaftssanktionen gegen die islamische Republik. Daher griff der Verband selbst in die Tasche und bestellte bei Adidas Trikots für die WM. Der obligatorische Tausch nach dem Spiel stellt daher für das Team ein Ressourcenproblem dar. Denn Nachbestellungen sind nicht so einfach möglich. Auch ist das Trikot der Mannschaft nicht im offiziellen Adidas-WM-Shop erhältlich.

Sport und Politik: Warum der Iran ein Trikotproblem hat

Ähnlich verhält es sich zudem mit dem Schuhwerk. Einige Spieler des Iran, die im Ausland aktiv sind, haben Ausrüsterverträge über ihre Vereine. Diese Spieler können sich aber nicht von ihren Sponsoren, allen voran der US-Firma Nike, für die Spiele der iranischen Nationalmannschaft versorgen lassen. Brauchen die Kicker während der WM neues Schuhwerk, bleibt ihnen als Ausweg nur übrig, vor Ort ein Sportgeschäft aufzusuchen.

Für den Iran wäre ein Überstehen der Gruppenphase daher nicht nur ein sportlicher Kraftakt, sondern auch eine echte logistische Herausforderung. Der nächste "Test" steht heute um 20 Uhr gegen Spanien am Programm.

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