Nina Proll in "Anna Fucking Molnar", hier in einer Musical-Vision ihrer selbst.

Nina Proll in "Anna Fucking Molnar", hier in einer Musical-Vision ihrer selbst.

Kultur

Klopfholz: "Anna Fucking Molnar" mit Nina Proll

Kino als Zumutung: "Anna Fucking Molnar" ist an Stumpfsinn schwer zu übertreffen.

Vergessen wir die unbedachten Äußerungen der Schauspielerin Nina Proll zur #metoo-Debatte; vergessen wir auch die gute Absicht, die darin liegen mag, Geschlechterrollen "auf den Kopf zu stellen". All dies spielt keine Rolle im Umgang mit einer Kinoproduktion, die - ideologisch dubios und handwerklich dürftig -humortechnisch tiefer ansetzt, als die Feuerwehr erlaubt.

Fleischhammer und Klopfholz

Eine sexuell emsige, aber psychisch angeschlagene Schauspielerin (Proll) gerät in "Anna Fucking Molnar" an einen arglosen jungen Mann (Murathan Muslu), der auf ihre Avancen leider mit Erektionsschwierigkeiten reagiert: sehr belastend für beide, die ohnehin bis zum Hals in privaten, finanziellen und beruflichen Krisen stecken. Damit das alles aber wirklich lustig wird, müssen sämtliche Beteiligten agieren, als hätte man ihnen Lachgas verabreicht, und Uwe Ochsenknecht darf das Wienerisch, das er hier wohl sprechen soll, ungestraft ins Billigbayerische überführen. Es ist zudem fraglich, ob man das, was Sabine Derflinger hier getan hat, Regieführen nennen soll.

Wie denn auch? Mit Fleischhammer und Klopfholz geht das eben nicht. Die Sexklamotte "Anna Fucking Molnar", made in Austria, immunisiert sich übrigens durch den Umstand, dass sie von Frauen erdacht, geschrieben und inszeniert wurde, keineswegs.

Anna Fucking Molnar Trailer

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