Herbert Kickl

Herbert Kickl

Österreich

Kickls Umfärbeaktion: Polizei-Posten für Blaue

Operation Blaulicht: Ex-Innenminister Herbert Kickl hievte in seiner Amtszeit mehrere blaue Parteifreunde in Führungspositionen – obwohl es besser qualifizierte Kandidaten gegeben hätte.

Alle wollen das Innenministerium: Im Falle einer Regierungsbeteiligung haben ÖVP, FPÖ und SPÖ schon einmal vorsorglich ihr Interesse an dem Schlüsselressort deponiert. Warum die Kontrolle über das Ministerium in der Wiener Herrengasse 7 so zentral ist, exerzierte der freiheitliche Ex-Innenminister Herbert Kickl vor.

Der Ressortchef ist einer der größten Arbeitgeber des Bundes: Er befehligte zuletzt 30.614 Exekutivbeamte, 6470 Verwaltungsmitarbeiter und 763 Polizeiinspektionen in allen Teilen des Landes. Und diese Personalmacht nutzte Kickl – Parteizugehörigkeit zählte oft mehr als Qualifikation.

Die gefärbte Postenvergabe seiner ÖVP-Vorgänger kopierte Kickl derart souverän, dass ihn nun rote und schwarze Personalvertreter gleichermaßen hassen. Beamte, die neben ihrer Polizeiarbeit noch Zeit für ein Engagement bei der FPÖ aufbrachten, hatten in den vergangenen eineinhalb Jahren gesteigerte Karriereaussichten.

Im Landeskriminalamt (LKA) Steiermark betraute Kickl im Mai des Vorjahres einen gewissen Werner Gradwohl mit der Gruppe Menschenhandel und Schlepperei. Dabei hätte es durchaus besser qualifizierte Kandidaten gegeben, kritisieren Informierte. Was Gradwohl seinen Mitbewerbern voraushatte: Er ist ein Parteifreund Kickls. Kurz nach seiner Beförderung im LKA wurde Gradwohl Ortsparteiobmann der FPÖ Stainz (Bezirk Deutschlandsberg).

Im Bezirk Leibnitz wiederum konnte ein Blauer einen dienstälteren Kollegen ausstechen – auf Befehl des Ministers. Engelbert Götzenauer leitet seit gut einem Jahr die Polizeiinspektion im steirischen Grenzort Spielfeld und ist damit Chef von 86 Mitarbeitern. Dass Götzenauer der FPÖ-Bezirksparteileitung in Leibnitz angehört, hat beim Aufstieg wohl nicht geschadet.

Selbst bei Nachbesetzungen in kleinen Wiener Polizeiinspektionen soll eine Mitgliedschaft bei der freiheitlichen Polizeigewerkschaft AUF (Aktionsgemeinschaft Unabhängiger und Freiheitlicher) wahre Wunder wirken.

An seinem letzten Tag im Amt soll Kickl gezählte 14 Mitarbeiter seines Ministerkabinetts im Ressort untergebracht haben, die meisten landeten in der Kommunikationsabteilung – das berichtete Ende Juni die Tageszeitung „Kurier“.

Gut möglich, dass es unter Kickl noch einige weitere gefärbte Postenbesetzungen gab.

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  • Frank Wiener (Wiener) Mo., 12. Aug.. 2019 22:46

    Die Polizei muss die Politik der FPÖ wenn in der Regierung voll unterstützen sonst würden ja die alt roten bei der Polizei die Politik gegen die Zuwanderung hintertreiben und gegen das Volk kämpfen was dann zu einem Bürgerkrieg führt

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    • g. m. (traudi31) Di., 13. Aug.. 2019 07:26

      So ein Schwachsinn!

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  • Friedrich Fuhs Mo., 12. Aug.. 2019 13:46

    Ist das bei den Roten anders? Aber wer will denn den K. noch?

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    • Wolfgang Aichinger
      Wolfgang Aichinger Mo., 12. Aug.. 2019 15:59

      Der böse Kickl hat schwarze gegen blaue getauscht... FRAGE: Woher sind die schwarzen gekommen

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    • Hermann Pammer
      Hermann Pammer Mo., 12. Aug.. 2019 18:15

      Die roten haben schon lange keine Innenminister mehr gestellt. Gusi hat die wichtigsten Ministerien an die övp verschenkt.

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    • Josef Stein (Stanana1) Di., 13. Aug.. 2019 15:54

      Ich! Kickl war der Allerbeste!

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    • Friedrich Fuhs Do., 15. Aug.. 2019 09:53

      @Wolfgang Aichinger. Das wirkliche Thema sollte sein: was können /konnten die Minister und deren Mitarbeitet? K. und dessen Mitstreiter haben doch nichts auf dem Kasten.

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