Rechtstextreme Attentäter mit Österreich-Bezug
Österreich

Rechtstextreme Attentäter mit Österreich-Bezug

Rechtsextreme Attentäter beziehen sich oft auf österreichische Mythen der Rechten: Türkenkriege, Kampf gegen "Umvolkung" und den "großen Austausch".

Brenton T., der rassistische Attentäter von Christchurch, hat sich, wie nun offiziell bestätigt wurde, in Österreich aufgehalten. Er besuchte unter anderem den Salzburger Christkindlmarkt, das Klagenfurter Landhaus und die Wiener Nationalbibliothek. Auf dem Foto, das er von dort postete, ist über dem Eingang die Tafel mit der Aufschrift "Haus der Geschichte Österreichs" zu sehen. Es wurde im November 2018 eröffnet.

Verweis auf Türkenbelagerung

In einem Manifest, das er mit der Wirkungskraft der sozialen Medien maximal verbreitete, hebt der Attentäter Österreich als eines jener Länder hervor, von dem ein Aufbruch zu erwarten sei. Sein Pamphlet trägt den Titel: "The great replacement". "Der große Austausch" heißt auch die Kampagne der Identitären Bewegung, sozusagen der Hipster des Rechtsextremismus. Mit popkulturellen Mitteln propagieren sie die Ideologie, über Massenmigration und höhere Geburtenraten finde derzeit ein Austausch der europäischen Bevölkerung statt – und in Österreich seien die Türken schließlich schon einmal zurückgeschlagen worden: 1683.

In einem Video vom 20. Dezember 2016, das nur wenige Tage online war, drohte der Österreicher Martin Sellner, die Galionsfigur der Bewegung, den Befürwortern eines menschenrechtlichen Umgangs mit Flüchtlingen und Migranten ganz unverhohlen: "Wir beobachten ganz genau, was ihr tut. Wir wissen ganz genau, was ihr letzten Sommer getan habt." Sellner erklärte, "dass es bald von einigen verzweifelten und wütenden Rechten radikalere und extremistischere Antworten geben wird". Er selbst distanzierte sich in diesem Video zwar explizit von Gewalt und Terror, doch forderte er seine Anhänger auf, ihren Beruf oder ihr Studium aufzugeben, sich von der Familie loszusagen und sich mit Haut und Haar dem Kampf gegen den "großen Austausch" zu widmen. Solche Aufrufe fördern die Radikalisierung von Rechtsextremen und finden bis in neonazistische Kreise hinein Widerhall.

"Kebab Remover"

Der Attentater Brenton T. hat sich nicht nur den "großen Austausch" zu eigen gemacht und ihn mit der "Vorherrschaft der weißen Rasse" aufgeladen, er verwendete auch Codes, welche die Identitären eine Zeit lang auf ihre "Phalanx Europa"- Shirts drucken ließen: "Remove Kebab", stand darauf zu lesen. Brenton T. bezeichnete sich selbst als "Kebab Remover".

Im Kampf gegen "Vermischung" und "Überfremdung" gilt Österreich schon länger als Trendsetter. In den 1990er-Jahren, nach Öffnung der Ostgrenzen, etablierte sich eine Partei namens "Nein zur Ausländerflut" und brachte Slogans wie "Überfremdung ist Völkermord" unter die Leute. Sie wurde zu Wahlen nicht zugelassen. Doch auch freiheitliche Politiker sprachen von "Umvolkung". Den Wahlkampf 1999 führte die FPÖ mit Plakaten gegen die "Überfremdung".

Wie sehr sich rechte Ideologie durchgesetzt hat, zeigt sich auch im Verschweigen und Negieren rechtsextremen Terrors. Mit der FPÖ sympathisierende und von FPÖ-Inseraten profitierende Medien verloren kaum ein Wort des Mitleids über die Opfer von Christchurch; manche berichteten nicht einmal darüber.

Im rechtsextremen russlandfreundlichen Magazin "Info-Direkt" inseriert neben EU-Kandidat Harald Vilimsky auch Günther Kleinhanns, FPÖ-Obmann in Linz, mit der Botschaft "Überfremdung niemals". Vor 20 Jahren war der Begriff noch einigermaßen verpönt – heute ist er salonfähig.

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  • Elke Leser (Leserinn) Mi., 27. März. 2019 15:58

    Martin Sellner wird streng durchgecheckt, weil er eine völlig legale Spende eines damals Unbescholtenen annahm.
    Werden gerade die Büros der DIAKONIE gestürmt und Hausdurchsuchungen bei Wiener Wohnen durchgeführt? Denn im Gegensatz zu Herrn Sellner hat die Diakonie den soeben geschnappten IS-Terroristen fleißig unterstützt und Wiener Wohnen hat ihm Unterschlupf gewährt ...

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  • pete lüdin (zomboliti) Di., 26. März. 2019 22:01

    … und die Sozialämter finanzieren hier mit von den Steuerzahlern mit harter Arbeit erarbeitenden Gelden die Sozialhilfe von Islamisten.

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  • Di., 26. März. 2019 13:06

    Interessant , die Linken fehlt der Begriff Linksextremismusmis völlig.
    Alles was Böses auf der Welt passiert, ist rechtextremen Ursprungs, dabei legen die Linken, jetzt wo sie überall verlieren, intensiv an Demos, Randale etc. zu.
    Nur das verschweigen die linken Mainstreammedien völlig. Und wenns gar nicht mehr geht, werden die Linksextremen, mi den Worten "Vermummte" etc. verschämt umschrieben.

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  • suomynonA TORUS (TORUS)
    suomynonA TORUS (TORUS) Di., 26. März. 2019 12:54

    So viel dazu "Überfremdung ist Völkermord"!
    Vor dem Besuch des Dalai Lama am Sonntag 20.09.2007 bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Bundesregierung nochmals ihre Haltung in der Tibet-Frage klargestellt. Deutschland unterstütze den "Anspruch der Tibeter auf religiöse und kulturelle Unabhängigkeit" innerhalb Chinas, sagte Regierungsvizesprecher Thomas Steg am Freitag in Berlin.
    Dämmert's

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  • Elke Leser (Leserinn) Di., 26. März. 2019 10:30

    Mit aller Gewalt an den Haaren in die Nähe der FPÖ gezogen? So wird das nichts. Es soll Bösewichte geben, die ganz ohne FPÖ-Bezug handeln.

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    • Di., 26. März. 2019 13:13

      Leider weltweit die selben Reaktionen der Linken, elke... welche zunehmend an "Demokratieunverständnis" leiden, seit sie massiv an Bürger Zustimmung verlieren. Wie sich die Bilder in den USA und z.B. Österreich gleichen- intensivste Hetze gegen die Konservativen - hier gegen Strache - dort gegen Trump.
      Sie können nicht verlieren die Linken bzw. können sie ein Wählervotum nicht akzeptieren.
      Arm.

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  • Martin Mair (Martin_Mair) Di., 26. März. 2019 09:43

    Vielleicht sollte endlich öfter kommuniziert werden, dass die Mehrheit der Truppen des osmanischen Reiches keine Türken waren sondern Verbündete bzw. Vasallen mit überwiegend christlichen Glaubensbekenntnis. Und die Mineure, das waren Franzosen ;-)

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    • suomynonA TORUS (TORUS)
      suomynonA TORUS (TORUS) Do., 28. März. 2019 06:02

      ........ und sind es bis heute geblieben, mit dem Aachener Vertrag, da wird also um der politischen Show Willen so eine Art First Class EU ins Leben rufen, um sich just in dem Moment der Nordatlantische Allianz anzubiedern und sich aus dem Friedenwerk EU zu verabschieden wo vernunftgeprägte Politik am Kontinent seit längerem gefragt ist und Euverdrossenheit wie Bürokratieversagen zu verorten ist.

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  • Di., 26. März. 2019 00:16

    brenton tarrant bezieht sich net nur auf össi-reich - er lobt die vr china als vorbild! ('kommunist-anarchist-öko-faschist' als selbstdefinition :))
    nicht nur rechte medien berichten wenig drüber: linke/mainstream-medien löschen das bekenner-video, NZ bedroht die verbreitung mit gefängnis (!)... wirksamer antifaschismus müsste anders aussehen: die sozio-politiscvhen hintegründe des amoklaufes

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    • Di., 26. März. 2019 00:22

      analysieren, statt eine stalinsche melange zu liefern: tarrant spricht vom 'grossen austausch', 'info-direkt' sagt nix dazu, vilimsky inseriert in 'info-direkt': also hat der attentäter von christchurch seine ideen von der FPÖ? :))
      pardon, net einmal stalin war so plump in der konstruktion seiner 'trotzko-faschistischen blocks'.
      btw, tarrant besuchte auch nordkorea und (lobend erwähnt!) pakistan.

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