Gerhard Roiss fordert mehr Diversifikation bei der Gaservorsorgung in Österreich.
Gasliefervertrag

Ex-OMV-Chef Roiss: „Das wird vor dem Schiedsgericht landen“

Ex-OMV-Chef Gerhard Roiss über mögliche Ausstiegsszenarien aus dem Gasliefervertrag mit Russland und norwegische Gasfelder.

Drucken

Schriftgröße

Herr Roiss, zu Jahresende läuft der Transitvertrag der Ukraine mit der Gazprom aus. Die Ukraine hat mehrfach angekündigt, diesen nicht zu verlängern. Sie sagen, das sei das günstigste Ausstiegsszenario aus dem Langzeitvertrag der OMV mit Gazprom – warum?
Roiss
Wenn ich einen Vertrag bis 2040 habe, wo ich weiß, dass mir diese sechs Milliarden Kubikmeter (Gas pro Jahr; Anm.) langfristig niemand mehr in vollem Umfang abnimmt, weil der Markt sie nicht mehr braucht, ich aber aufgrund der Take-or-pay-Klausel 98 Prozent bezahlen muss, kostet mich das in Summe Milliarden. Jetzt habe ich aber die Chance, dass mir der Lieferant nicht mehr frei Haus bis Baumgarten liefern kann und somit seinerseits den Vertrag nicht mehr erfüllen kann.
Julian Kern

Julian Kern

ist seit März 2024 im Digitalteam. War zuvor im Wirtschaftsressort der "Wiener Zeitung".