"Ping"-Anrufe von Fake-Telefonnummern: Nepal calling

Wieder schwappt eine Welle von „Ping“-Anrufen übers Land. Heben Sie nicht ab!

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Nein, das ist jetzt keine Einladung zu einem (leider tatsächlich sehr einträglichen) Geschäftsmodell – mehr eine Warnung davor. Nicht die erste.

In jüngerer Vergangenheit meldet sich mein Telefon wieder einmal zu teils schrägen Zeiten. Spätnachts, frühmorgens, es läutet kurz, dann ist Schluss. Mazedonien, Serbien, Bosnien-Herzegowina, Nepal  – „Ping“. Das ist auch der Fachbegriff für eine Betrugsmasche, die erstaunlicherweise immer noch funktioniert, und das wellenförmig. Mal ist weniger los, dann wieder mehr (im profil-Wirtschaftsressort zum Beispiel registrieren wir aktuell eine interessante Häufung von „Ping“-Anrufen).

Hinter den Fake-Telefonnummern („Call ID Spoofing“) stehen Abzockmodelle aller Art. Einmal geht es nur darum, die Angerufenen zu Rückrufen auf kostenpflichtige „Mehrwertnummern“ zu verleiten und diese dann mittels Bandansagen möglichst lange in der Leitung zu halten. Ein anderes Mal sind tatsächlich lebende Menschen dran, die einem Kryptos, Sparpläne und sonstiges Zeug aufdrängen wollen (manchmal ruft aber einfach nur das US-amerikanische FBI an und gibt vor, Sie auf dem Radar zu haben. Oder ein Microsoft-Mensch, der den PC fernwarten will und dafür alle Passwörter und Bankdaten benötigt).

Wenn Sie nicht eben einen Anruf aus Weitweitweg erwarten: Heben Sie nicht ab, rufen Sie nicht zurück, und blockieren Sie die Nummer (das ist zumindest auf Smartphones mittlerweile ein Leichtes).

Weiterführende Informationen und eine Liste verdächtiger Nummernbereiche finden Sie auf der Website der Regulierungsbehörde RTR.

Michael   Nikbakhsh

Michael Nikbakhsh

ist stellvertretender Chefredakteur, Leiter des Wirtschaftsressorts und Mitglied beim International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ)