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profil-Morgenpost
10/27/2020

Ungenügend, setzen!

Guten Morgen!

von Franziska Dzugan

Umweltmusterland Österreich? Weit gefehlt! Katastrophal fiel vergangene Woche das Urteil der EU-Umweltagentur aus. Wir sind beim Artenschutz das Schlusslicht Europas: 82 Prozent der untersuchten Spezies sind in „mangelhaftem“ oder „schlechtem“ Zustand. Sogar einstige Allerweltstiere wie der Feldhase sind bedroht, die Zahl der Feldvögel sinkt dramatisch, Fischen, Amphibien und vielen Pflanzenarten geht es nicht besser. Wie es soweit kommen konnte, ist hier nachzulesen. Nur so viel: Es hat mit unserem maßlosen Hunger nach Beton zu tun – in punkto Bodenverbrauch ist Österreich nämlich Europameister. Und mit einer völlig verfehlten Agrarpolitik, die Tieren, Pflanzen und Insekten keinen Lebensraum mehr bietet.

Mir geht es da ganz wie Rodrigo González von Die Ärzte: „Ich könnte kotzen vor Wut“, sagt er im Interview mit Kollege Philip Dulle im aktuellen profil. Bei dem Treffen mit der legendären Band in Berlin ging es nicht nur um ihr neues Album „Hell“, sondern, wie immer bei den Ärzten, um allerhand Politik. „Los komm, wir sterben endlich aus/ Denn das ist besser für die Welt“, heißt es in dem Lied „Abschied“.

„Wir Menschen sind auf diesem Planeten zwar nichts als Ameisen“, sagt Sänger Farin Urlaub, „aber wenn wir alle zusammen gigantische Umweltsauereien verursachen, kommt es eben kumulativ zu Veränderungen des Erdklimas. Einen richtig traurigen Krisensong wollte ich dennoch nicht schreiben – die Musik bleibt ja positiv und lebensbejahend“.

In diesem Sinne etwas rührend Schönes aus einem Land, das besser auf seine Natur aufpasst als Österreich. Als die Welt vergangene Woche den Tag des Faultiers beging, wurden in Costa Rica vier dieser herrlich langsamen Geschöpfe in die Freiheit entlassen. Gestrandet als Waisen in der Tierstation Jaguar Rescue Center, verschwanden sie nach zwei Jahren Pflege wohlgenährt im Dschungel.

Haben Sie einen befreienden Dienstag!

Franziska Dzugan

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