Das Wiener Riesenrad vor blauem Himmel mit Wolken, teilweise von Bäumen verdeckt.
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1,5 Milliarden Euro an Wertschöpfung generierte die Wiener Tagungsindustrie im Jahr 2025

WIFO-Expertin Anna Burton über die Wiener Tagungsindustrie.

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Eine neue WIFO-Studie beziffert umfassend die ökonomischen Effekte von Kongressen, Firmenveranstaltungen und Seminaren in der Bundeshauptstadt für das Jahr 2025. Demnach lösten die rund 9600 Veranstaltungen mit knapp 881.000 Teilnehmenden und 2,5 Millionen zurechenbaren Nächtigungen eine gesamtwirtschaftliche Bruttowertschöpfung von 1,48 Milliarden Euro aus; direkt in Hotellerie, Gastronomie und Veranstaltungstechnik, indirekt über Zulieferer und Dienstleister – sowie induziert durch die Verausgabung von Löhnen und Gewinnen. Der Sektor sichert damit gut 19.300 Beschäftigungen und spült 610 Millionen Euro an Steuern und Sozialabgaben in die öffentlichen Kassen.

Der Großteil der Wirkung entfällt auf Wien selbst: Rund eine Milliarde Euro an Wertschöpfung und knapp 12.900 Beschäftigungsverhältnisse verbleiben in der Bundeshauptstadt. Über Lieferkettenverflechtungen profitieren aber alle neun Bundesländer. Damit trägt die Wiener Meetingbranche zum österreichischen BIP mit nominell 1,7 Milliarden Euro bei.

Zahltag

Am Zahltag erklären Expertinnen und Experten des Wirtschaftsforschungsinstitutes (WIFO) eine Zahl, die für die österreichische Wirtschaft von Bedeutung ist.

Strukturell wirkt die Branche als Saisonstabilisator: Kongresse und Firmentagungen konzentrieren sich auf die Monate April bis Juni sowie September bis November und füllen damit gezielt jene Zeiträume, in denen der klassische Freizeittourismus schwächer ist. Besonders die internationalen Kongresse treiben die Wertschöpfung: Obwohl nur ein Drittel aller Kongresse international ausgerichtet ist, vereinen sie zwei Drittel der Teilnehmenden und über 90 Prozent der kongressbezogenen Nächtigungen. Insgesamt gehen rund 13 Prozent aller Wiener Übernachtungen auf das Meetingsegment zurück.

Die im Rahmen der Studie durchgeführte Befragung der Veranstaltungsteilnehmenden unterstreicht das internationale Profil: 89 Prozent der Meetinggäste kommen aus dem Ausland, die durchschnittliche Aufenthaltsdauer beträgt 4,4 Nächte, und fast ein Drittel verlängert den Besuch um Urlaub oder Familienzeit. Neun von zehn Befragten wollen Wien erneut besuchen. So festigt die Meetingindustrie Wiens Position als eine der weltweit führenden Kongressdestinationen.

Anna Burton vom WIFO schaut gerade in die Kamera
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WIFO-Expertin Anna Burton

Anna Burton ist Ökonomin und seit 2020 in der Forschungsgruppe „Regionalökonomie und räumliche Analyse" am WIFO tätig. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Fragen der Tourismus- und Freizeitökonomie, insbesondere die Analyse wirtschaftspolitischer Maßnahmen im regionalen Kontext und regionale Entwicklungen sowie nationale und internationale Wirkungsanalysen.