Afrika: Kontinent der guten Hoffnung

Afrika: Kontinent der guten Hoffnung

Wer blickt am zuversichtlichsten in die Zukunft? Eine Studie zeigt: die Afrikaner.

Lange verbanden wir mit dem schwarzen Kontinent nur Elend und Hoffnungslosigkeit. Und auch jetzt noch prägen die Verzweifelten aus dieser Weltregion, die ihr Leben auf wackligen, überfüllten Schlauchbooten im Mittelmehr riskieren, um nach Europa zu gelangen, das Bild, das wir uns von Afrika machen. Und es stimmt ja: Afrika ist der ärmste Kontinent. Eine aktuelle Untersuchung des amerikanischen Pew Research Center zeigt aber eindrucksvoll, wie klischeehaft unsere Vorstellungen von Afrika sind. Überrascht muss man feststellen, dass dort jene Menschen leben, die mit dem größten Optimismus in die Zukunft sehen.

Glaube an rosige Aussichten

Das betrifft nicht nur die kurzfristige ökonomische Entwicklung. Eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage für nächstes Jahr erwarten 60 Prozent in den sieben in der Pew-Studie befragten Ländern südlich der Sahara, gefolgt von den Lateinamerikanern, die immerhin noch zu 44 Prozent kommendes Jahr Positives auf sich zukommen sehen. Am wenigsten optimistisch ist mit 24 Prozent Europa, vor Nahost (30 Prozent) und den USA (34 Prozent). Aber auch langfristig glaubt Afrika an rosige Aussichten: Gemeinsam mit den Süd- und Mittelamerikanern sind die Bewohner der Region zwischen der großen Wüste und dem Kap davon überzeugt, dass es ihre Kinder einmal besser haben werden als sie. Zappenduster sieht die Zukunft demnach für die Europäer aus: Nicht einmal ein Drittel wagt, den Kindern ein besseres Leben zu prognostizieren. Das hat natürlich damit zu tun, dass die durchschnittlichen Wachstumsraten Afrikas in den vergangenen Jahren die höchsten weltweit waren, der Optimismus also keineswegs blauäugig ist.

Weitere erstaunliche Ergebnisse der Pew-Umfrage: Die Afrikaner erachten das Wirken der so viel gescholtenen internationalen Öl- und Bergbaukonzerne in ihren Ländern als positiv: Zwar glauben 61 Prozent, dass sie die Umwelt massiv belasten, aber gut zwei Drittel freuen sich, dass die Multis Arbeit schaffen, und 59 Prozent sind überzeugt, dass die Konzerne zum Wirtschaftswachstum des Landes beitragen.