Amanda Knox: Im Mordfall Meredith Kercher zu 28 Jahren Haft verurteilt

Amanda Knox: Im Mordfall Meredith Kercher zu 28 Jahren Haft verurteilt

US-Bürgerin Amanda Knox ist im neuen Prozess um den Mord an der Britin Meredith Kercher zu 28 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Das Berufungsgericht in Florenz sprach die US-Amerikanerin und ihren Ex-Freund Raffaele Sollecito in zweiter Instanz schuldig. Sollecito wurde zu 25 Jahren Haft verurteilt. Aus Angst vor einem neuen Schuldspruch war Knox nicht nach Italien gereist.

Die US-Amerikanerin Amanda Knox und ihr Ex-Freund Raffaele Sollecito sind in dem neuen Prozess um den Mord an der Britin Meredith Kercher zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Knox wollte die Entscheidung gemeinsam mit ihrer Mutter in ihrer Heimatstadt Seattle verfolgen. Nach Angaben ihres Anwalts soll sie wie versteinert auf das Urteil reagiert, jedoch aber nicht geweint haben.

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„Ungerechtes Urteil”
"Ich bin erschreckt und traurig über dieses ungerechte Urteil", sagte sie in einem Statement. Sollecito verfolgte das Urteil nach Angaben seiner Anwälte im Fernsehen und reagierte "bestürzt". Die Angeklagten hatten die Tat stets bestritten. Sie mussten sich seit September zum dritten Mal für den Mord vor Gericht verantworten.

Zahlreiche Messerstichen
Die 21 Jahre alte Kercher war 2007 halbnackt und mit zahlreichen Messerstichen in ihrem WG-Zimmer gefunden worden. Knox und Sollecito waren 2009 in einem Indizienprozess zu langen Haftstrafen verurteilt, vier Jahre später aber freigesprochen worden. Knox kehrte in die USA zurück. Im März 2013 hatte Italiens höchstes Gericht das Urteil der zweiten Instanz gekippt und einen neuen Prozess angeordnet.

„Es ist nicht die Zeit, um zu feiern”
Kerchers Geschwister Stephanie und Lyle hingegen waren bei der Verlesung des Urteils im Gericht. "Ich denke, dass es an diesem Punkt sehr schwierig ist, zu verzeihen, weil wir nicht wissen, was wirklich passiert ist", sagte Stephanie dem Fernsehsender SkyTG24. Ihr Bruder Lyle sagte nach dem Urteil: "Es ist nicht die Zeit, um zu feiern."

Für die Tat endgültig verurteilt wurde bisher nur der Ivorer Rudy Guede, der wegen Beihilfe zum Mord in einem anderen Prozess 16 Jahre Haft bekam. Die Richter hatten in ihrem Urteil für Guede jedoch ausdrücklich betont, er könne nicht alleine gehandelt haben.

(APA/Red)