Brand auf griechischer Fähre - Zweiter Österreicher in Sicherheit

Brand auf griechischer Fähre - Zweiter Österreicher in Sicherheit

Bei der Rettung Hunderter Menschen von der in Seenot geratenen Adria-Fähre kämpfen die Einsatzkräfte in der Nacht gegen weitere Probleme. Jedoch wurde ein zweiter Österreicher in Sicherheit gebracht.

Der Tiroler sei "wohlauf", teilte der Sprecher des Außenministeriums, Martin Weiss, am Sonntagabend der APA mit. Noch seien drei Österreicher, zwei Vorarlberger und ein Salzburger, an Bord der Fähre.

Österreicher "unverletzt und wohlauf"
Alle Österreicher seien "unverletzt und wohlauf". Der erste Abschleppversuch scheiterte an einem gerissenen Tau, wie die Nachrichtenagentur ANSA meldete. Zudem behinderte dichter Rauch den Einsatz im Dunklen. Mehr als 280 Menschen waren bis um Mitternacht noch auf der "Norman Atlantic" - fast 24 Stunden, nachdem ein Feuer an Bord ausgebrochen war.

190 Menschen konnten bis dahin gerettet werden, wie die italienische Marine in der Nacht zu Montag mitteilte. Das Schiff befindet sich manövrierunfähig zwischen der italienischen und albanischen Küste. Sturm und hohe Wellen erschwerten die Rettung.

Es werde eine "lange Nacht", sagte Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi. Das Marine-Schiff "San Giorgio" übernahm am Sonntagabend die Einsatzleitung. Die Flammen an Bord der Fähre seien unter Kontrolle, meldete ANSA. Es könnte jedoch weitere Glutnester im Inneren des Schiffes geben, und es qualme weiter. Wohin die Fähre geschleppt wird, war noch nicht ganz klar - möglicherweise ins süditalienische Brindisi.

169 Menschen in Sicherheit gebracht
49 Passagieren, die von der in der Adria brennenden Fähre gerettet werden konnten, waren mit dem griechischen Schiff "Spirit of Piraeus" in Richtung Brindisi unterwegs. Alle Passagiere seien wohlauf, berichtete die italienische Marine. Bisher wurden 169 Menschen in Sicherheit gebracht.

Das Schiff der italienischen Marine "San Giorgio" hat inzwischen die Führung der Rettungsaktion übernommen. Die Flammen an Bord der Fähre seien unter Kontrolle. Die Rettungsaktion sei jedoch wegen des dichten Rauches nach wie vor schwierig.

Griechische Lkw-Fahrer an Bord der Fähre machten die Überbelastung des Schiffes für den Brand verantwortlich. An Bord des Schiffes befanden sich unzählige mit Olivenöl beladene Lkw. Die italienische Reederei Visentini bestritt Sicherheitsmängel an Bord der "Norman Atlantic". Das Schiff sei am 19. Dezember im griechischen Hafen Patras Sicherheitskontrollen unterzogen worden. Laut griechischen Medien waren Sicherheitsmängel aufgetaucht. Die griechischen Behörden hatten der Reederei zwei Monate Zeit gegeben, die Sicherheitsmängel zu beheben.

Der Brand war am Sonntag früh vermutlich auf dem Autodeck ausgebrochen, als das Schiff nordwestlich der Insel Korfu war. Die Fähre der griechischen Anek Lines war auf dem Weg von Patras in Griechenland nach Ancona in Italien. 478 Menschen waren an Bord.

Nach offiziellen Angaben starb ein Grieche beim Sprung von Bord. Mehrere Menschen, darunter eine Schwangere und Kinder, kamen ins Krankenhaus. Die meisten Menschen wurden mit Hubschraubern gerettet und auf andere Schiffe gebracht, die zur Hilfe geeilt waren.

(APA/Red.)