Nach Brexit: Ringen um Cameron-Nachfolge

Gove sollte Johnson unterstützen, dieser tritt nun doch nicht an.

Gove sollte Johnson unterstützen, dieser tritt nun doch nicht an.

Nachdem der britische Premierminister David Cameron seinen Rücktritt angekündigt hat, wurden heute die letzten Kandidaten für seine Nachfolge bekannt gegeben. Boris Johnson entschied sich überraschend nicht zu kandidieren.

Brexit-Befürworter Boris Johnson galt als der wahrscheinlichste Nachfolger für David Cameron. Nun hat er sich überraschend entschlossen doch nicht anzutreten.

Ebenso überraschend kam die Kandidatur von Justizminister Michael Gove. Der Brexit-Befürworter wollte zuerst Boris Johnson unterstützen, äußerte aber heute schließlich Zweifel an dessen Eignung: "Boris ist nicht fähig die Führung zu übernehmen".

Neben Gove wird auch die Innenministerin Theresa May kandidieren. Im Anlauf zum Brexit-Referendum schlug sich May zwar auf die Seite von Camerons Pro-EU-Lager, blieb aber zugleich EU-kritisch und hielt sich aus den Querelen weitgehend raus. Das könnte ihr jetzt nützen: In der gespaltenen konservativen Partei sehnen sich viele nach Versöhnung.

Am Mittwoch gaben bereits Stephen Crabb, Arbeits- und Pensionsminister und Brexit-Gegner sowie Liam Fox ehemaliger Verteidigungsminister und Interessenvertreter der rechten Brexit-Befürworter formell ihre Kandidatur bekannt.