Fall Amanda Knox: Anwälte fordern Freispruch

Fall Amanda Knox: Anwälte fordern Freispruch

Kurz vor dem Urteil im neuen Prozess gegen Amanda Knox und ihren Ex-Freund Raffaele Sollecito in Florenz haben die Verteidiger der Amerikanerin für einen Freispruch ihrer Mandantin plädiert. Weder Knox noch ihr Freund Sollecito seien am Abend des Mordes am Tatort gewesen. Knox, die nach dem Freispruch in zweiter Instanz in die USA zurückgekehrt war, kam nicht nach Italien.

Kurz vor dem Urteil im neuen Prozess gegen Amanda Knox und ihren Ex-Freund Raffaele Sollecito in Florenz haben die Verteidiger der angeklagten Amerikanerin für einen Freispruch ihrer Mandantin plädiert. "Aus diesem Prozess geht die Gewissheit um die Schuldlosigkeit Amandas noch stärker als bisher hervor. Man kann niemanden ohne sichere Beweise verurteilen", betonte Anwalt Carlo Dalla Vedova.

+++ Aus dem Archiv: US-Studentin Amanda Knox: Jung, schön - und eines Sexualmordes verdächtigt +++

Weder Amanda Knox, noch ihr Freund Sollecito seien am Abend des Mordes am Tatort gewesen. Der Ivorer Rudy Hermann Guede, der wegen Beihilfe zum Mord und sexueller Gewalt zu 16 Jahren Haft verurteilt worden ist, sei der Täter, so die Verteidigung.

Die Staatsanwälte behaupten dagegen, dass Guede nicht allein für das Delikt verantwortlich gemacht werde könne. In allen Blutlacken, die am Tatort gefunden worden waren, seien auch DNA-Spuren Amandas vorhanden gewesen.

„Wir sind zuversichtlich”
Vor Gericht wartete Sollecito auf das Urteil, das am Donnerstagabend gefällt werden sollte. "Wir sind zuversichtlich, dass es zu einem Freispruch kommt", sagte Sollecitos Vater Francesco. Über 500 Journalisten aus der ganzen Welt verfolgten das Verfahren.

Angst vor einem neuen Schuldspruch
Knox und Sollecito waren bereits 2010 wegen Mordes an der Austauschstudentin Meredith Kercher im Jahr 2007 zu 26 und 25 Jahren Gefängnis verurteilt worden, ein Berufungsgericht sprach sie jedoch 2011 frei. Der neue Prozess in Florenz war 2013 vom obersten italienischen Berufungsgericht angeordnet worden und hatte im vergangenen September begonnen. Knox, die nach dem Freispruch in die USA zurückgekehrt war, kam aus Angst vor einem neuen Schuldspruch nicht nach Italien. Die Staatsanwaltschaft fordert diesmal für Knox 30 Jahre Haft, für Sollecito 26 Jahre.

(APA/Red)