Fußball: EU erwägt Boykott der WM 2018 in Russland

Fußball: EU erwägt Boykott der WM 2018 in Russland

Die Politik denkt über einen Boykott der Fußball-WM 2018 in Russland nach, FIFA-Boss Joseph Blatter ist klar dagegen.

Vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise erwägt die Europäische Union nach Informationen der spanischen Tageszeitung "El Pais" (Mittwoch) einen Boykott der Fußball-WM 2018. Dies gehe aus einer Vorschlagsliste hervor, die die EU-Kommission den Mitgliedsstaaten unterbreiten wolle.

Blatter: "Das hat noch nie etwas gebracht"
Angesichts der militärischen Intervention Russlands in der Ukraine waren zuletzt Forderungen laut geworden, die WM 2018 zu boykottieren oder das Turnier neu zu vergeben. FIFA-Boss Joseph Blatter hatte Russland hingegen erst Dienstagabend das volle Vertrauen ausgesprochen. "Wir stellen die WM in Russland nicht infrage. Wir sind in einer Situation, in der wir den Organisatoren der WM 2018 und 2022 unser Vertrauen aussprechen", bekräftigte der Schweizer in Kitzbühel. Ein Boykott sei keine Lösung: "Das hat noch nie etwas gebracht."

Auch Formel 1-Grand-Prix möglicherweise betroffen
Doch offenbar denkt die EU in Brüssel nun ernsthaft darüber nach. Die geplanten neuen Strafmaßnahmen seien weitaus härter und konkreter als die bisherigen Sanktionen, betonte "El Pais" unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen. Auch die Formel 1, die im Oktober in der Olympia-Stadt Sotschi ihr Russland-Debüt gibt, könnte davon betroffen sein. Die EU halte ein Einlenken Moskaus im Ukraine-Konflikt für unwahrscheinlich und wolle daher einen harten Kurs einschlagen.

EU-Diplomaten wiesen nach Angaben der Zeitung allerdings darauf hin, dass über die geplanten Sanktionen noch nicht entscheiden worden sei. Es sei nicht ausgeschlossen, dass ein WM-Boykott erst für eine nächste Phase der Strafmaßnahmen in Betracht gezogen werde.

(APA/Red.)