IS-Sympathisantin Maria G. bittet um Heimkehr nach Österreich

„Eine Art Mini-Kalifat“: Im Lager Al-Hol leben viele Frauen, die noch immer an den Dschihad glauben.

„Eine Art Mini-Kalifat“: Im Lager Al-Hol leben viele Frauen, die noch immer an den Dschihad glauben.

22-jährige Salzburger Mutter, die unter katastrophalen Bedingungen in Syrien festsitzt, im Exklusiv-Interview: „Meine Kinder und ich müssen so schnell wie möglich hier raus“.

In einem Interview in der neuen Ausgabe des Nachrichtenmagazins profil, das im Vertriebenenlager Al-Hol im Nordosten Syriens geführt wurde, bittet die aus Salzburg stammende IS-Sympathisantin Maria G. um Heimkehr nach Österreich: „Meine Kinder und ich müssen so schnell wie möglich hier raus“, so die Frau, mit ihren zwei Kindern unter katastrophalen Bedingungen in der Krisenregion festsitzt.

Die heute 22-Jährige war vor fünf Jahren heimlich nach Syrien gereist, um sich der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) anzuschließen. „Es tut mir unendlich leid“, sagt sie heute über diese Entscheidung. In Syrien heiratete sie ein IS-Mitglied und bekam von ihm zwei Söhne, die heute drei und eineinhalb Jahre alt sind.

Für das Interview erhielt profil Zutritt zum Lager Al-Hol, in dem Maria G. und ihre die beiden Kleinkinder untergebracht sind. Die Familie lebt in einem abgegrenzten Teil des überfüllten Camps, das sie nicht verlassen darf. Die Zustände sind chaotisch: Vertriebene werden nicht registriert. Die hygienischen Einrichtungen sind katastrophal, Lebensmittel knapp, Lagerinsassen berichten von Messerstechereien.

Gegenüber profil berichtet Maria G., dass viele im Lager einsitzende Frauen noch immer die Ideologie der Terrormiliz IS vertreten und ihre Kinder radikalisieren: „Viele werden von ihren Müttern, die im Kopf den ‚Islamischen Staat‘ noch nicht aufgegeben haben, richtiggehend darauf gedrillt, Terroristen zu werden.“

Auf Anfrage von profil erklärte ein Sprecher des österreichischen Außenministeriums, man bemühe sich um eine „humanitäre und medizinische Versorgung der Kinder“. Die Eltern von Maria G. versuchen seit Monaten, zumindest ihre beiden Enkelkinder nach Hause zu holen.