Der Islamische Staat (IS) eröffnet Hotel in Mossul

Der Islamische Staat (IS) eröffnet Hotel in Mossul

Aufräumarbeiten, scharia-konforme Anpassungen und feierliche Neueröffnung des "Ninawa“-Hotels: Der Islamische Staat (IS) hat in der irakischen Stadt Mossul ein Luxushotel eröffnet.

Normalerweise finden sich hier keine Hoteltipps, diesmal macht profil eine Ausnahme - und zwar raten wir mit besonderem Nachdruck von einem Aufenthalt in folgendem Hotel ab: Das "Ninawa International“ Hotel in Mossul, 262 Zimmer, fünf Sterne, knappe 90 Euro die Nacht , früher einmal als eines der fünf Top-Hotels des Irak bekannt. Klingt zunächst einmal gar nicht übel, und wer sucht, der findet tatsächlich auch durchwegs positive Bewertungen auf der Touristikwebsite Trip Advisor.

Hotel mit scharia-konformer Adjustierung

Allerdings stammen die Rezensionen allesamt noch aus der Zeit, bevor die Terrormiliz "Islamischer Staat“ (IS) die Kontrolle über Mossul - die zweitgrößte Stadt des Landes - übernommen hat. Der IS baut dort seither einen neuen Staat auf, ein Kalifat mit vermeintlich gottgegebenen Regeln, aus dem mindestens eine halbe Million Menschen geflohen sind. Das "Ninawa“ wurde nach einigen scharia-konformen Adjustierungen neu eröffnet: Am Eingang wehen die schwarzen Fahnen des IS, die Relief-Darstellungen von Menschen wurden von den Wänden abgeschlagen (Blasphemie-Gefahr), in den Minibars gibt’s nur Alkoholfreies , Raucherzimmer sind keine Option mehr, das Schwimmbad ist ausschließlich geschlechtergetrennt betretbar, im Ballsaal sind Tanzen und Singen verboten , die Spielhalle geschlossen. Einzig der Blick auf das Ufer des Tigris ist gleich geblieben.