Komödie über Kim Jong-un: Nordkorea beschwert sich bei der UNO

Komödie über Kim Jong-un: Nordkorea beschwert sich bei der UNO

Nordkorea beschwert sich offiziell bei der UNO über die Komödie "The Interview", die sich über das abgeschottete Land lustig macht. Die Regierung um Kim Jong-un kritisiert den Film, der das diktatorische Regime persifliert, seit Wochen scharf. Nun fordert sie die US-Behörden auf, den Film umgehend zu stoppen.

Nordkorea hat offiziell Beschwerde bei der UNO über eine Hollywood-Komödie eingelegt, in der es um ein geplantes Attentat auf Machthaber Kim Jong-un geht. Einen Film über die Ermordung eines amtierenden Staatschefs zu produzieren und zu veröffentlichen sei nicht nur eine "Kriegshandlung" sondern auch eine "unverhohlene Unterstützung von Terrorismus", so der UN-Botschafter Ja Song-nam am Mittwoch.

Brief an Ban Ki-moon
In einem Brief an UN-Generalsekretär Ban Ki-moon forderte der UN-Botschafter Nordkoreas die Verbreitung des Schreibens als offiziellem UN-Dokument. Die US-Behörden werden darin aufgefordert, alles zu tun, damit der Film "umgehend" gestoppt werde.

"The Interview" soll im Oktober in die US-Kinos kommen. In dem Streifen verkörpern die Schauspieler Seth Rogen und James Franco zwei TV-Journalisten, die vom Geheimdienst CIA den Auftrag erhalten, den Anführer des kommunistischen Landes während eines Interviews in Pjöngjang zu töten.

"Mutwilliger Akt des Terrors"
Bereits im vergangenen Monat hatte sich Nordkorea über den Film beschwert. Kim wird darin als übergewichtiger, an Zigarren kauender und streng bewachter Diktator dargestellt. Im Filmtrailer wird Nordkorea als "weltweit gefährlichstes Land" bezeichnet.
Der Film sei "ein mutwilliger Akt des Terrors" und das Werk von "verbrecherischen Filmemachern", erklärte das Außenministerium am Mittwoch in einer von der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA verbreiteten Mitteilung im Juni.
Das Ministerium rief letzten Monat die US-Behörden auf, die Ausstrahlung des Films zu verhindern und drohte andernfalls mit einer "entschiedenen und erbarmungslosen Reaktion" Nordkoreas.

(APA/SaHa)