Flug MH370: 26 Länder an Suche der vermissten Boeing 777 beteiligt

Malaysia Airlines - Flug MH370: 26 Länder an Suche der vermissten Boeing 777 beteiligt

An der Suche nach dem verschwundenen Malaysia Airlines-Flugzeug beteiligen sich inzwischen 26 Länder. Malaysias Verkehrsminister wehrte sich indes erneut gegen Kritik an der Informationspolitik.

Malaysias Regierungschef Najib Razak habe persönlich mit seinen Amtskollegen in China und Australien gesprochen, und sämtliche Länder entlang der beiden möglichen Flugrouten seien ebenfalls kontaktiert worden. "Die Suche in diesen Korridoren hat bereits begonnen", sagte der Minister.

Ein weiterer Experte aus China sei zum Ermittlerteam gestoßen, ebenso drei Experten aus Frankreich, die den Absturz einer Air France-Maschine über dem Atlantik 2009 untersucht hatten. Hishammuddin wehrte sich erneut gegen Kritik, Malaysias Krisenstab informiere zu wenig oder nicht rechtzeitig genug über die Ermittlungen. Es wäre unverantwortlich, Informationen zu verbreiten, die nicht überprüft seien, sagte er.

+++ Flugzeuge können abstürzen, aber verloren gehen sie nicht. Dachte man - bis Flug MH370 vom Radar verschwand und nichts hinterließ, außer einem mulmigen Gefühl. +++

Boeing bewusst umgelenkt
Das seit über einer Woche verschollene Passagierflugzeug von Malaysia Airlines ist laut Malaysias Premier Najib Razak offenbar bewusst umgelenkt worden und noch stundenlang weitergeflogen. Der festgestellte Kursschwenk der Maschine deute auf "gezieltes Handeln von jemandem an Bord" hin, zumal die Kommunikationssysteme höchstwahrscheinlich manuell und nacheinander abgeschaltet worden seien.

Entführung nicht erwiesen
Allerdings sei eine mögliche Entführung nicht erwiesen: Noch immer würden "alle Möglichkeiten" untersucht, so der malaysische Ministerpräsident bei einer Pressekonferenz in Kuala Lumpur. Seinen Worten zufolge wurden die Kommunikationssysteme des Fliegers wahrscheinlich ausgeschaltet, bevor er die Ostküste Malaysias erreichte.

Neuausrichtung der Suchaktivitäten
Das letzte Funksignal der Boeing 777 sei mehr als sechseinhalb Stunden nach ihrem Verschwinden vom zivilen Primärradar am vergangenen Samstag empfangen worden, sagte der Regierungschef weiter. In der Zwischenzeit habe das Flugzeug die malaysische Halbinsel in Richtung des Indischen Ozeans überflogen. Die Suche nach möglichen Wrackteilen im Südchinesischen Meer sei deshalb eingestellt worden. Über die Neuausrichtung der Suchaktivitäten werde noch beraten.

Zuvor hatte das chinesische Staatsfernsehen berichtet, die verschollene Maschine sei nach Überzeugung der Ermittler entführt worden. Das TV berief sich auf nicht näher genannte Quellen in Kuala Lumpur.

13 Länder an Suche beteiligt
Zu der internationalen Suchaktion waren am Samstag auch der US-Zerstörer "USS Kidd" und ein P-8 Poseidonflugzeug der US-Luftwaffe hinzugestoßen. Insgesamt waren mehr als hundert Schiffe und Flugzeuge aus 13 Ländern im Einsatz.

Ein ranghoher Militär, der nicht namentlich genannt werden wollte, sagte der Nachrichtenagentur AFP, ein erfahrener und kompetenter Pilot müsse die Boeing 777 stundenlang geflogen und dabei offenbar bewusst zivile Radargeräte umgangen haben. Auch er bestätigte den Kurswechsel: Aus den militärischen Radardaten ergebe sich, dass das Flugzeug seinen Kurs radikal geändert und in Richtung Indischer Ozean geflogen sei.

Suchgebiet immer weiter ausgedehnt
Die Maschine mit 239 Menschen an Bord, davon zwei Drittel Chinesen, war vor einer Woche auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking von den Radarschirmen verschwunden, ohne dass zuvor ein Notruf abgesetzt worden wäre. Das ursprüngliche Suchgebiet wurde immer weiter ausgedehnt, von dem Flugzeug fehlt offiziell aber weiterhin jede Spur. Die Theorien zum Verschwinden der Maschine reichen von einen katastrophalen technischen Problem an Bord über eine Flugzeugentführung bis hin zu einem Piloten-Selbstmord.

Sollte die Boeing tatsächlich in den Indischen Ozean gestürzt sein, dürfte es schwierig werden, Wrackteile zu finden. An der Oberfläche herrschen starke Strömungen, die Trümmer binnen Stunden viele Kilometer mitreißen können. Zudem ist das Wasser mehr als 7.000 Meter tief - deutlich mehr als im Südchinesischen Meer, über dem der Kontakt zu dem Flugzeug abbrach. Die USA schickten Kriegsschiffe und Aufklärungsflugzeuge in die Region. Der chinesische Einsatz ist Berichten zufolge so groß wie nie. Die Boeing 777 gilt als zuverlässiges Flugzeug. Bisher war es erst einmal zu einem tödlichen Unfall gekommen.

Hinweise auf stundenlangen Geisterflug
Das "Wall Street Journal" hat ungeachtet der Dementis aus Malaysia mit neuen Einzelheiten über einen angeblich viel längeren Flug des verschwundenen Flugzeugs nachgelegt. Malaysische Satelliten hätten noch Stunden nach der durch Radar bekannten Position des Flugzeugs Signale (Pings) erhalten, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Ermittler.

Malaysische Verkehrsminister dementiert
Das bedeute, dass die Maschine mit 239 Menschen an Bord Stunden nach dem Verschwinden noch intakt war. Der malaysische Verkehrsminister hat dementiert, solche Signale erhalten zu haben. Boeing wollte sich auf Nachfragen der Zeitung nicht äußern, wie das Blatt schreibt.

Auch der US-Sender CNN meldete unter Berufung auf offizielle US-Stellen, die Maschine habe noch vier bis fünf Stunden Signale gesendet die von Satelliten registriert worden seien. Das Flugzeug könnte Kurs auf den Indischen Ozean genommen haben.

Die Boeing mit 239 Menschen an Bord war vergangenen Samstag verschwunden, kurz bevor sie den vietnamesischen Luftraum erreichen sollte. Bisher galt das Südchinesische Meer zwischen Malaysia und Vietnam als mögliches Absturzgebiet.

(APA/Red)