München: 16-Jähriger als möglicher Mitwisser verhaftet

Die Polizei durchsucht ein Gebäude in der Dachauer Straße in München.

Die Polizei durchsucht ein Gebäude in der Dachauer Straße in München.

Zwei Tage nach den Schüssen von München hat die Polizei einen 16-jährigen Afghanen unter dem Vorwurf der Mitwisserschaft festgenommen.

25. Juli 2016

Der Amokläufer von München hat seine Tat ein Jahr lang akribisch vorbereitet und dazu wie der norwegische Massenmörder Anders Behring Breivik ein Manifest verfasst. Einen politischen Hintergrund schlossen die Ermittler am Sonntag aber aus. Am Abend wurde ein 16-Jähriger unter dem Verdacht der Mitwisserschaft festgenommen. Der Freund des 18-jährigen Amokschützen soll von dessen Plänen gewusst, diese aber nicht der Polizei gemeldet haben, teilte die Münchner Polizei am Sonntagabend auf Facebook mit.

24. Juli 2016

Der Amoktäter von München habe an einer psychiatrischen Erkrankung gelitten. Bei einer Durchsuchung seines Zimmers seien ärztliche Behandlungsunterlagen gefunden worden, die auf eine Angststörung sowie Depressionen hindeuten. Das sagte Thomas Steinkraus, Sprecher der Staatsanwaltschaft München, bei einer Pressekonferenz am Sonntag.

Zudem habe der Amokläufer "ein eigenes Manifest" verfasst, in dem er sich seit einem Jahr mit der geplanten Tat befasst habe.

Die Polizei bestätigte, dass der 18-Jährige, der sich am Freitag selbst erschoss, vor dem Amoklauf nach Winnenden gefahren sei. 2009 starben dort 16 Menschen bei einem Amoklauf in einer Schule.

23. Juli 2016

Die Münchner Polizei durchsuchte in den frühen Morgenstunden eine Wohnung im Stadtteil Maxvorstadt in München. Es wurden einige Kartons mit Beweismaterial aus dem Wohnhaus getragen. Die Sicherheitsbeamten wollten sich nicht näher dazu äußern. Sie gehen jedoch von einem Amoklauf aus, ein terroristischer Hintergrund ist noch nicht bekannt.

Der deutsche Innenminister Thomas de Maizière hat für ganz Deutschland Trauerbeflaggung angeordnet.

Nach dem Attentat in einem Zug nahe Würzburg und dem gestrigen Amoklauf im Olympia-Einkaufszentrum, hat Hongkong eine Reisewarnung für Deutschland ausgesprochen.

Lesen Sie hier: Kommentar Peter Michael Lingens: Die Stunde der Irren

Bei der Pressekonferenz der Münchner Polizei am Samstag um 11 Uhr 30, bestätigte der Polizeipräsident Münchens, Hubertus Andrä, dass bei der Durchsuchung der Wohnung des Täters keine Hinweise auf einen Zusammenhang mit dem sogenannten Islamischen Staat gefunden wurden. Die Ermittler hätten jedoch Beweise sicher gestellt, die auf einen Amoklauf hinweisen. Der Täter hatte eine 9mm-Waffe bei sich, und hat sich nach der Tat selbst gerichtet. Vor der Tat hätte er sich in ärztlicher und psychiatrischer Behandlung befunden. Es hätte sich um eine depressive Erkrankung gehandelt.

Fotoserie: Die Schreckensnacht von München

Fotoserie: Die Schreckensnacht von München

22. Juli 2016

In einer McDonald's-Filiale vor dem Olympia-Einkaufszentrum in München sind nach Polizeiangaben kurz vor 18 Uhr mehrere Schüsse gefallen. Der Täter wurde gegen 20.30 Uhr tot aufgefunden, er hatte wohl Selbstmord begangen. Über das Motiv des Schützen ist bisher nichts bekannt. Die Polizei will auf einer Pressekonferenz am Samstagmittag über den aktuellen Ermittlungsstand informieren.

Das öffentliche Leben in München kam zeitweise weitgehend zum Erliegen. Busse und Bahnen stellten schon am frühen Abend den Verkehr ein. Der Hauptbahnhof wurde geräumt, Ärzte und Krankenschwestern wurden zum Notdienst in die Kliniken gerufen.