Nach dem Brexit dürfen britische Firmen keine Domainnamen mit der Endung .eu mehr registrieren und betreiben.

Nach Brexit: EU sperrt britische Websites

Die EU hat den Briten Zigtausende Domains gesperrt – darunter die Brexit-Krawallplattform Leave.eu.

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Ein Jahr ist seit dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU vergangen – und immer noch zeigen sich neue Auswirkungen des Brexit. So wurden vergangene Woche rund 48.000 Internet-Domains mit der Endung .eu vom Netz genommen, weil sie sich in britischem Besitz befanden. Die dazugehörigen Websites und Mailadressen sind seither nicht mehr erreichbar.

Die EU-Kommission hatte bereits 2018 angekündigt, dass britische Firmen nach dem Brexit keine Domainnamen mit der Endung .eu mehr registrieren und betreiben dürfen. Wer keinen entsprechenden Nachweis erbrachte, dem wurde die Domain entzogen. Unter den offline gestellten Websites ist ironischerweise auch jene der Brexit-Kampagne Leave.eu. Sie hatte, unterstützt vom Gründer der rechtspopulistischen Partei Ukip Nigel Farage, jahrelang verbissen für einen EU-Austritt gekämpft.

Als dieser erreicht war, machte die Website als rechtspopulistische Krawallplattform weiter – und handelte sich etliche Klagen und Strafzahlungen ein, unter anderem wegen Verletzung des Datenschutzes, falschen Angaben zu Wahlkampfspenden und übler Nachrede.

Laut dem Online-Magazin „Politico“ hatten die Betreiber versucht, ihren Anspruch auf Leave.eu zu erhalten, indem sie sie auf eine Adresse im irischen Waterford registrierten. Funktioniert hat das nicht: Die Domain kann nun, wie die rund 48.000 weiteren, erworben werden – allerdings nur von Menschen, die in der EU leben oder Staatsbürger eines Mitgliedslandes sind. Damit endet eine der wohl letzten Folgen in der Brexit-Serie.

Glaubt man dem britischen Premier, dann war der EU-Austritt bisher ein voller Erfolg. Man habe die Bürokratie abgebaut und den gesunden Menschenverstand zurückgebracht, so Boris Johnson in einer Mitteilung zum neuen Jahr. Bei der Umsetzung der Vorteile durch den Brexit werde die Regierung heuer „weiter und schneller“ voranschreiten. Kein Wort verlor der Konservative über Staus und hohe Kosten durch Zollkontrollen, leere Supermarktregale oder den Streit mit der EU um die britische Provinz Nordirland. Dabei werden sich diese Probleme wohl auch 2022 nicht in Luft auflösen.

Siobhán Geets

Siobhán Geets

ist seit 2020 im Außenpolitik-Ressort.