Nach Tod von Michael Brown: Nationalgarde soll Unruhen in Ferguson beenden

Nach Tod von Michael Brown: Nationalgarde soll Unruhen in Ferguson beenden

Wegen der anhaltenden Gewalt in der US-Stadt Ferguson hat der Gouverneur von Missouri den Einsatz der Nationalgarde angeordnet. Die Einheiten sollen dabei helfen, die Ruhe wiederherzustellen und Bürger zu schützen, wie Jay Nixon am Montag ankündigte. Er reagierte damit auf die Unruhen nach den tödlichen Schüssen eines weißen Polizisten auf einen schwarzen Jugendlichen vor mehr als einer Woche.

Nixon erklärte, neben friedlichen Protesten gebe es in dem Vorort von St. Louis immer mehr Personen, die anreisten, um sich an Straftaten zu beteiligen. So würden Schusswaffen eingesetzt, Brandsätze geworfen und Straßen blockiert. Außerdem komme es zu Plünderungen, ergänzte der Politiker, der Mitglied der Demokratischen Partei ist. Auch die Polizei hatte von gezielten Angriffen auf Beamte berichtet. Sie setzte Tränengas und Rauchbomben gegen Demonstranten ein.

Umstrittener Tathergang
Wie genau der 18-jährige Michael Brown am 9. August bei einem Polizeieinsatz ums Leben kam, ist umstritten. Die Polizei sprach von Notwehr nach einem Handgemenge. Augenzeugen berichteten dagegen, der Polizist habe den jungen Mann mit mehreren Schüssen getötet, obwohl dieser die Hände gehoben habe.

Der Fall erinnert an den Tod des 17-jährigen Schwarzen Trayvon Martin, der 2012 in Florida vom Mitglied einer Nachbarschaftswache angeblich aus Notwehr erschossen wurde. Die Tat löste landesweite Proteste aus, die vor rund einem Jahr wieder aufflammten, nachdem der Täter von einem Gericht freigesprochen worden war.

Privater Obduktionsbericht
Indes wurde auch bekannt, dass Brown laut einem privaten Obduktionsbericht von sechs Kugeln getroffen worden sei. Zwei davon seien im Kopf des Opfers eingeschlagen. Nach Medienberichten gab die Familie des 18-Jährigen die am Sonntag durchgeführte unabhängige Autopsie in Auftrag, nachdem bereits örtliche Experten die Leiche untersucht hatten.

Die Ergebnisse von deren Obduktion wurden aber bisher nicht bekannt.

Brown war unbewaffnet, als die tödlichen Schüsse am Samstag vergangener Woche fielen. Seitdem hat es in der Stadt immer wieder gewalttätige Proteste gegeben. Am Sonntag hatte das Washingtoner Justizministerium bekannt gegeben, dass es wegen der außergewöhnlichen Umstände und auf Bitten der Familie eine eigene Obduktion durchführen wird, das wäre also die dritte.

Der "New York Times" und dem Sender CNN zufolge wurde Brown der privaten Obduktion zufolge außer im Kopf viermal im rechten Arm getroffen. In allen Fällen seien die Kugeln von vorn eingedrungen. Die Autopsie habe der ehemalige leitende Gerichtsmediziner von New York, Michael Baden, gemacht.

Die Lage der Stadt Ferguson im US-Bundesstaat Missouri


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(APA/Red.)