NFL-Spieler protestieren gegen Trump

Stiller Protest. Spieler der Washington Redskins vor dem Spiel gegen die Oakland Raiders

Stiller Protest. Spieler der Washington Redskins vor dem Spiel gegen die Oakland Raiders

Nach seinen Verbalattacken gegen die in den USA populären Football-Spieler schlägt Präsident Donald Trump eine Welle des Protestes aus der US-Football-Liga NFL entgegen. Auch der Musiker Pharrell Williams zeigte sich solidarisch.

US-Präsident Donald Trump hat möglicherweise mit seiner Kritik in Richtung NFL-Spieler das Gegenteil bewirkt. Mindestens 100 Spieler aus der amerikanischen Football-Liga NFL haben den Aussagen getrotzt und sind während des Abspielens der US-Nationalhymne vor ihren Partien in die Knie gegangen oder sitzen geblieben.

Sie reagierten damit auf Trumps Aussage, dass Spieler, die keinen Respekt vor der amerikanischen Flagge zeigen und während der Nationalhymne nicht stehen, entlassen werden sollten. Die meisten NFL-Teams am Sonntag zeigten ihre Solidarität, in dem sie sich am Spielfeldrand demonstrativ umarmten oder die Hände hielten. Auch drei NFL-Teambesitzer schlossen sich den Spielern an.

Musiker Pharrell Williams zeigt sich im Hymnenstreit solidarisch

Die Profis der Pittsburgh Steelers entschieden sich dafür, während der Nationalhymne geschlossen in der Umkleidekabine zu bleiben. Nur Trainer Mike Tomlin stand beim Auswärtsspiel gegen die Chicago Bears alleine an der Seitenlinie. Der Trainer erklärte vor dem Spiel, dass seine Spieler diese Entscheidung nicht trafen, "um Respektlosigkeit gegenüber der Nationalhymne zu zeigen, sondern um uns von dem ganzen Sachverhalt zu distanzieren. Leute sollten nicht vor die Wahl gestellt werden."

Auch der Musiker Pharrell Williams (44) zeigt sich im Hymnenstreit solidarisch mit den Spielern der NFL. "Wenn ich mich jetzt für die Menschen in meiner Heimatstadt oder meinem Staat hinknien möchte, mache ich das. Dafür steht diese Flagge", sagte Williams am Sonntagabend bei einem Festival in Charlottesville.

Er verwies damit auf die in den USA geltende Meinungsfreiheit. Dabei kniete er auf der Bühne. In dem Ort in Williams' Heimatstaat Virginia gab es vor wenigen Wochen rechtsextremistische Ausschreitungen. Einen Tag zuvor hatte bereits Soullegende Stevie Wonder (67) bei einem Konzert in New York mit einer ähnlichen Geste "für unseren Planeten, unsere Zukunft, unsere Oberhäupter und unseren Globus" gebetet.

Die Protestaktion der US-Sportler während der Nationalhymne richtet sich gegen soziale Ungerechtigkeit zwischen ethnischen Gruppen.

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