Referendum in Schottland: Aufwind für Unabhängigkeitsbewegung

Referendum in Schottland: Aufwind für Unabhängigkeitsbewegung

Die schottische Unabhängigkeitsbewegung wittert gut drei Wochen vor dem entscheidenden Referendum über eine Abspaltung von Großbritannien Morgenluft. Ministerpräsident Alex Salmond entschied am Montagabend ein Fernsehduell gegen den Labour-Politiker Alistair Darling laut einer Umfrage klar für sich.

Die Umfragen sahen bisher das Lager der Befürworter eines Verbleibs Schottlands bei Großbritannien mit etwa sieben Prozentpunkten vorn. Demoskopen erklärten am Dienstag, das Fernsehduell könnte die beiden Lager vor der Abstimmung noch enger zusammenbringen.

Entscheidung am 18. September
Am 18. September sind rund 4,2 Millionen Schotten aufgerufen, auf ihrem Stimmzettel die Frage zu beantworten: "Soll Schottland künftig ein unabhängiges Land sein?" Sollte die Bevölkerung mit "Ja" abstimmen, soll 18 Monate später, in der ersten Hälfte des Jahres 2016, ein neuer Staat gegründet und Wahlen zu einem von Westminster unabhängigen Parlament stattfinden.

Beim zweiten und wohl letzten Fernsehduell am Montagabend sahen einer Umfrage des Instituts ICM für die britische Zeitung "Guardian" 71 Prozent Alex Salmond vorn, Darling sahen nur 29 Prozent in Front. Salmond konnte vor allem mit seiner Vision eines im Vergleich zu Großbritannien sozial gerechteren Schottlands punkten.

Salmond will Pfund behalten
Darling war es beim zweiten Aufeinandertreffen nicht gelungen, die ungeklärte Währungsfrage in den Vordergrund zu stellen. Beim ersten TV-Duell konnte er damit punkten. Die Regierung in London lehnt eine Währungsunion mit einem unabhängigen Schottland ab, das Unabhängigkeitslager um Salmond will aber das Pfund für Schottland als Währung behalten.

Darling sagte am Tag nach seiner Niederlage im Rededuell, er sei "zunehmend zuversichtlich", dass die Mehrheit der Bevölkerung mit Nein stimme und sich für den Verbleib bei Großbritannien ausspreche. "Aber es wird ein Kampf auf Biegen und Brechen". Der Chef der Unabhängigkeitskampagne, Blair Jenkins, glaubt an einen Boom für seine Seite, nach dem Auftritt Salmonds. "Es ist keine Präsidentschaftswahl, sondern etwas viel Größeres", betonte er.

+++ Schottland-Referendum: Was würde sich nach Unabhängigkeit ändern? +++

(APA/Red.)