Syrien-Krieg: 10 Millionen Menschen auf der Flucht

Syrien-Krieg: 10 Millionen Menschen auf der Flucht

Die Situation der Bürgerkriegsflüchtlinge in Syrien spitzt sich laut Vereinten Nationen dramatisch zu.

Inzwischen sei fast die Hälfte aller Syrer wegen der Gewalt auf der Flucht oder aus den Heimatorten vertrieben worden. Drei Millionen Syrer sind nach Erkenntnissen der Vereinten Nationen wegen des Bürgerkriegs in Nachbarländer geflüchtet. Der Strom von Hilfesuchenden reiße nicht ab, erklärte das Flüchtlingswerk UNHCR am Freitag. Weitere 6,5 Millionen Menschen wurden demnach innerhalb des Landes vertrieben. Damit seien fast die Hälfte aller Syrer auf der Flucht. Die meisten Menschen hätten im Libanon (1,14 Millionen), der Türkei (815.000) und in Jordanien (608.000) Zuflucht gefunden.

Knapp 200.000 Todesfälle
Im syrischen Bürgerkrieg sind nach UNO-Angaben bereits weit mehr als 190.000 Menschen umgekommen. Eine Erhebung von Datenspezialisten im Auftrag des UNO-Menschenrechtsrates kommt für den Zeitraum von März 2011 bis Ende April 2014 auf 191.369 bestätigte Todesfälle. Die Zahl der Todesopfer habe sich innerhalb eines Jahres verdoppelt, erklärte die UNO-Hochkommissarin Navi Pillay am Freitag in Genf.

Kriegsverbrechen
Syriens Präsident Bashar al-Assad versucht seit mehr als drei Jahren einen Aufstand gegen seine Herrschaft niederzuschlagen. Dabei kämpft er unter anderem auch gegen die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS), der große Teile Syriens sowie des Nachbarlands Irak unter seine Kontrolle gebracht hat.

Die Vereinten Nationen werfen der IS-Miliz sowie dem syrischen Regime Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor. Die IS-Miliz führe im Norden Syriens mit Amputationen, öffentlichen Hinrichtungen und Auspeitschungen eine Kampagne der Abschreckung, hieß es in dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht der UN-Ermittler zur Lage in dem Bürgerkriegsland.

(APA/Red.)