Terror: Schon wieder London

Terror: Schon wieder London

Bei Terrorangriffen in London in der Nacht zum Sonntag sind nach Polizeiangaben mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen. Zudem seien drei Terroristen nach den Attacken erschossen worden. Dutzende Menschen wurden verletzt.

Nur wenige Tage vor der Parlamentswahl in Großbritannien sind bei einem Terrorangriff in London in der Nacht zum Sonntag sieben Menschen getötet worden. Zudem seien drei Angreifer getötet worden, teilte die Polizei in den Morgenstunden mit. Die Attacken begannen am späten Samstagabend auf der London Bridge im Zentrum und setzten sich auf dem nahe gelegenen Borough Market fort.

Zunächst war vermutet worden, dass es auch im Stadtteil Vauxhall einen Angriff gab. Dabei handelte es sich aber um eine Messerstecherei, die nichts mit den Terrorrattacken im Zentrum zu tun habe, teilte Scotland Yard mit. Die vorübergehend geschlossene U-Bahnstation Vauxhall wurde wieder geöffnet.

Londons Bürgermeister Sadiq Khan sprach von einer "gezielten und feigen Attacke" auf unschuldige Londoner und Besucher.

Laut Polizeiangaben fuhr am Samstagabend zunächst ein Lieferwagen auf der London Bridge in eine Gruppe von Fußgängern. Dann seien drei Männer aus dem Fahrzeug gesprungen und hätten bereits verletzte Personen mit Messern attackiert. "Das war wie ein Amoklauf", zitierte die BBC einen Zeugen. Anschließend seien die Täter zu Bars und Restaurants in der Umgebung gelaufen und hätten gerufen: "Dies ist für Allah". Auf Twitter forderte die Polizei die Bevölkerung auf, das Gebiet zu meiden. Die London Bridge wurde komplett abgeriegelt.

Kurz nach dem ersten Zwischenfall wurde eine Messerstecherei aus dem nahegelegenen Borough Market gemeldet. Dort soll auch geschossen worden sein - ob von der Polizei oder den mutmaßlichen Tätern war unklar. Der Markt ist eine beliebte Touristenattraktion.

Die Polizei sperrte große Areale in der Stadt weiträumig ab. Sie bat die Menschen, nicht leichtfertig Videos und Bilder von den Tatorten in Umlauf zu bringen.

Nach einem Bericht des Nachrichtensenders Sky News suchten zwei Polizeiboote auf der Themse nach möglichen Opfern. Außerdem halfen Polizisten mit Booten, um Menschen aus dem Bereich rund um die London Bridge in Sicherheit zu bringen.

Die Terrorattacke auf der London Bridge erinnert sehr an einen Angriff im März: Am 22. März war ein 52-jähriger Mann auf der Westminster-Brücke in London mit hohem Tempo in Fußgänger gefahren. Anschließend tötete er mit einem Messer einen unbewaffneten Polizisten. Bei dem Terrorangriff waren sechs Menschen ums Leben gekommen und Dutzende Menschen verletzt worden. Der Attentäter wurde erschossen.

Erst vor knapp zwei Wochen hatte der 22-jährige Selbstmordattentäter Salman Abedi nach einem Konzert des Teenie-Stars Ariana Grande in Manchester mit einer Bombe 22 Menschen mit in den Tod gerissen. Bei dem Terroranschlag waren mehr als 100 Personen verletzt worden.

US-Präsident Donald Trump sagte Großbritannien die Unterstützung seines Landes zu. "Was auch immer die Vereinigten Staaten tun können, um in London und im Vereinigten Königreich zu helfen, wir werden da sein", twitterte Trump.

Der französische Staatspräsidenten Emmanuel Macron schrieb auf Twitter, Frankreich stehe nach der "neuen Tragödie" an der Seite Großbritanniens. "Meine Gedanken sind bei den Opfern und ihren Familien."