Trennung von Migranten-Familien: Druck auf Trump steigt

Trennung von Migranten-Familien: Druck auf Trump steigt

US-Präsident Donald Trump gerät wegen der Trennung von Migrantenfamilien an der Grenze zu Mexiko zunehmend unter Druck.

Kinder von ihren Eltern zu trennen, sei grausam, unmenschlich und ein klarer Verstoß gegen die Menschenrechte, sagte Mexikos Außenminister Luis Videgaray am Dienstag. Auch in den USA wurde die Kritik lauter.

Mehrere prominente Senatoren von Trumps Republikanischer Partei forderten, Familien nicht auseinanderzureißen, nur weil sie versuchten, illegal aus Zentralamerika in die USA zu gelangen. Unternehmensverbände verurteilten die Praxis der Grenzschützer ebenfalls scharf. Auch die Mehrheit der Amerikaner lehnte das Vorgehen ab, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters ergab. Trump wies alle Kritik zurück. Schuld seien die Demokraten, weil sie neue Einwanderungsgesetze blockierten.

Die US-Behörden trennten im Kampf gegen illegale Einwanderung zwischen Mitte April und Ende Mai an der Grenze zu Mexiko fast 2.000 Eltern von ihren Kindern. Ärzte warnen davor, dass dies zu lebenslangen Traumata führen kann.

Videgaray rief die USA dazu auf, ihre Praxis zu überdenken. Die Lage sei inakzeptabel. Die internationale Gemeinschaft müsse klar Stellung beziehen. Mexiko habe den USA seine Position erläutert und das Thema bei ranghohen UN-Vertretern angesprochen, darunter Generalsekretär Antonio Guterres.

Die Amerikanische Handelskammer forderte, die Trennung der Familien sofort zu stoppen. Cisco-Chef Chuck Robbins vom Business Roundtable, einer einflussreiche Unternehmer-Lobby, sagte: "Die Praxis ist grausam und das Gegenteil amerikanischer Werte." Die republikanischen Senatoren Ron Johnson, Ted Cruz und John Kennedy forderten Trump auf, Familien zu erlauben zusammenzubleiben, wenn sie die Grenze illegal überschritten haben sollten. Im Repräsentantenhaus machte ein ähnlich lautender Gesetzesentwurf die Runde.

Mehrheit der Amerikaner gegen Trennung von Familien.

Eine zwischen dem 16. und 19. Juni erstellte Umfrage von Reuters und dem Meinungsforschungsinstitut IPSOS ergab, dass 57 Prozent der Befragten das Vorgehen an der Grenze ablehnen. 28 Prozent waren dafür, Kinder von ihren Familien zu trennen. 15 Prozent gaben an, nicht zu wissen, wie sie antworten sollten.

Trump entgegnete auf Twitter einmal mehr, das Problem seien die Demokraten. "Ihnen ist die Kriminalität egal und sie wollen illegale Einwanderer." Menschen, die illegal in die USA gelangen wollten, müssten festgenommen werden. Die meisten Kinder würden zudem ohne Eltern ankommen. Später warf er den Demokraten vor, verantwortlich für Schlupflöcher in Gesetzen zu sein, die nur die Wahl zwischen einer Trennung der Kinder von ihren Eltern oder aber deren Freilassung ließen. Das wolle er nicht. Vielmehr solle der Kongress ein Gesetz verabschieden, dass es erlaube, Familien gemeinsam festzunehmen und abzuschieben.

Letztendlich geht es Trump darum, vom Kongress die Freigabe für Gelder zum Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko zu bekommen. Das hat er bereits im Wahlkampf versprochen. Die Demokraten sperren sich jedoch dagegen.