Türkische Kampfjets griffen PKK-Stellungen an

Türkische Kampfjets griffen PKK-Stellungen an

Türkische Kampfflugzeuge haben einem Medienbericht zufolge Stellungen von Kurden-Rebellen im Südosten des Landes bombardiert.

Es sei der erste größere Einsatz dieser Art gegen die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) seit Beginn eines Friedensprozesses vor zwei Jahren gewesen, berichtete die Zeitung "Hürriyet" am Dienstag auf ihrer Internetseite.

Noch keine Angaben zu Opfern
Die Angriffe von F-16-Kampfjets am Montagabend hätten großen Schaden verursacht. Sie seien geflogen worden, nachdem PKK-Rebellen drei Tage lang einen Militärposten in der Provinz Hakkari nahe der Grenze zum Irak angegriffen hätten. Die Angriffe richteten sich gegen PKK-Stellungen im Bezirk Daglica. Das türkische Militär äußerte sich zunächst nicht zu dem Bericht. Angaben zu Opfern lagen vorerst nicht vor.

Die Beziehungen zwischen der PKK und der türkischen Regierung hatten sich in den vergangenen Wochen massiv verschlechtert. Grund ist die Belagerung der von Kurden bewohnten Stadt Kobane (Ayn al-Arab) im Norden Syriens an der Grenze zur Türkei durch die radikale Miliz "Islamischer Staat" (IS). Die Kurden werfen der Türkei unter anderem vor, trotz eines drohenden Massakers nicht einzugreifen, weil die Kämpfer in Kobane Verbindungen zur PKK haben sollen.

Türkei will abgestimmte Strategie gegen IS
Die Türkei lehnt einen militärischen Alleingang ab. Sie fordert eine international abgestimmte Strategie zur Bekämpfung des IS, der große Teile Syriens und des benachbarten Irak unter seine Kontrolle gebracht hat.

Die PKK hatte im März 2013 eine Waffenruhe ausgerufen, zudem wurden Friedensverhandlungen mit der Regierung in Ankara gestartet. Der inhaftierte PKK-Führer Abdullah Öcalan hatte unlängst mit einem Abbruch des Friedensprozesses gedroht, sollte Kobane, die direkt an der türkischen Grenze liegt, von der IS erobert werden. In den vergangenen Tagen gab es in der Türkei teils gewaltsame Demonstrationen von Kurden, die ein Eingreifen des türkischen Militärs gegen den IS in Kobane verlangen. 37 Menschen kamen bei den Protesten ums Leben.

(APA/Red.)