Ukraine-Krise: Deutschland äußert Verständnis für Mauerpläne

Ukraine-Krise: Deutschland äußert Verständnis für Mauerpläne

Die krisengeschüttelte Ukraine hat an der Grenze zu Russland mit dem Bau von Befestigungsanlagen begonnen. Unabhängig von den Verteidigungslinien will Regierungschef Arseni Jazenjuk entlang der Grenze eine rund 2300 Kilometer lange Mauer bauen lassen.

Die deutsche Bundesregierung hat Verständnis für die ukrainischen Abschottungs-Pläne: "Die Entscheidung der Ukraine, die Grenzen zu sichern, ist natürlich eine freie Entscheidung der Ukraine", sagte Vize-Regierungssprecherin Christiane Wirtz am Freitag in Berlin.

"Anliegen, das nachzuvollziehen ist"
Wichtig sei, dass kein weiterer Nachschub von Waffen und Kämpfern für die Separatisten erfolgen könne. "Insofern ist das ein Anliegen, das nachzuvollziehen ist", sagte Wirtz. Die Mauer soll nach den Plänen des Regierungschefs Arseni Jazenjuk rund 2.300 Kilometer lang werden.

Deutschland selbst ist in seiner Zeitgeschichte von einer Mauer geprägt. Die Berliner Mauer war während der Teilung Deutschlands ein hermetisch abriegelndes Grenzbefestigungssystem der Deutschen Demokratischen Republik (DDR), das mehr als 28 Jahre lang, vom 13. August 1961 bis zum 9. November 1989 bestand.

Klitschko bittet um Hilfe
Der Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, hat Deutschland indes sogar um Hilfe für den Bau einer Mauer an der Grenze der Ukraine zu Russland gebeten. "Wir würden uns richtig freuen, Unterstützung von allen Freunden der Ukraine zu bekommen", sagte Klitschko am Freitag in Berlin. Aus Deutschland sei dabei Hilfe "jeder Art" willkommen.

Klitschko - ein Weggefährte von Präsident Petro Poroschenko - nannte als Beispiele finanzielle Unterstützung und Hilfe durch "Know-How". Klitschko rechtfertigte die Mauerpläne damit, dass es darum gehe, die Separatisten im Osten des Landes von weiterem Nachschub an Waffen und Kämpfern abzuschneiden. Ziel sei nicht ein "Mauerbau zwischen Völkern", sondern der Schutz vor Aggression.

(APA/Red.)