Rückkehr nach Tschernobyl

Rückkehr nach Tschernobyl

32 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl kehrt eine Frau in ihr damaliges Wohnhaus in Pripjat nahe des Unglücksortes zurück. Pripjat ist inzwischen eine Geisterstadt.

Lesen Sie weiters:

Neue Hülle über Tschernobyl-Atomreaktor soll bald in Betrieb gehen

Die neue Hülle über dem Unglücksreaktor von Tschernobyl soll nach Verzögerungen nun im Dezember endgültig in Betrieb gehen. Das sagte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko am Donnerstag zum 32. Jahrestag der Atomkatastrophe von 1986. Die Ukraine gedachte wie jedes Jahr mit Schweigeminuten, Gottesdiensten, Kerzen und Blumen der Opfer des Unglücks in dem früheren sowjetischen Kernkraftwerk.

"Tschernobyl ist ein dunkler Fleck in der Geschichte", sagte Poroschenko bei einem Besuch in der unbewohnten Stadt Prypjat. Am 26. April 1986 war bei einem missglückten Experiment der vierte Block des Atomkraftwerks Tschernobyl explodiert. Die radioaktive Wolke verstrahlte große Gebiete im heutigen Weißrussland, in der Ukraine und Russland. Zehntausende Menschen im Umkreis von 30 Kilometern mussten ihre Häuser für immer verlassen. Ausläufer der Strahlung trafen auch West- und Nordeuropa.

2016 wurde ein 100 Meter hoher Stahlbogen über den Unglücksreaktor geschoben. Er ersetzt einen nach der Katastrophe eilig errichteten und brüchig gewordenen Beton-Sarkophag. Doch der Betrieb des über zwei Milliarden Euro teuren Bauwerks hat sich schon um mehr als ein Jahr verzögert - wegen "schwieriger radioaktiver Bedingungen", wie es offiziell heißt. "Für den Dezember ist die Inbetriebnahme der neuen sicheren Abdeckung geplant", sagte Poroschenko nun.

Trotz der Reststrahlung will Kiew die 2600 Quadratkilometer große Sperrzone um Tschernobyl auch wieder wirtschaftlich nutzen. 2017 besuchten fast 50.000 Touristen den Unglücksort. Eine Solaranlage soll in Kürze ans Netz gehen. Außerdem wird in der Zone ein Zwischenlager für verbrauchte Brennstäbe aus anderen Atomkraftwerken der Ex-Sowjetrepublik gebaut.