Ex-Hofreitschul-Chef Alfred Hudler
Ex-Hofreitschul-Chef Alfred Hudler
Unter die Hufe geraten: Leere Vorwürfe gegen Chef der Hofreitschule
Es waren schwerwiegende Vorwürfe, die im Sommer 2025 publik wurden. Alfred Hudler, Chef der Spanischen Hofreitschule, soll Familienurlaub auf Firmenkosten gemacht und regelmäßig private Ausgaben als Spesen abgerechnet haben. Obwohl eine Untersuchung der Wirtschaftsprüfungskanzlei Pwc den Manager entlastete, wurde Hudler am 15. September 2025 entlassen.
Nun ist es amtlich, dass an den Vorwürfen nichts dran war: Vergangene Woche hat die Staatsanwaltschaft Wien ihre Ermittlungen dazu eingestellt. Für Hudler ist die juristische Groteske damit aber noch nicht beendet.
Der Skandal um die Demontage des Hofreitschul-Chefs beschäftigte Ende September auch den Nationalrat. Die grüne Abgeordnete Nina Tomaselli sprach im Plenum von einer „verschwörerischen Hinterzimmer-Operette“, Alfred Hudler sei „nach allen Regeln der Intrigenkunst“ abgesägt worden.
Grund für Entlassung selbst geliefert
Die Hofreitschule fällt in den Zuständigkeitsbereich von Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) und ausgerechnet dessen enger Vertrauter und Generalsekretär Johannes Abentung war treibende Kraft hinter der Demontage von Alfred Hudler.
Abentung hatte die von einem „Whistleblower“ vorgebrachten falschen Vorwürfe nämlich nicht nur an die Interne Revision weitergegeben. Abentung hatte persönlich (erfolglos) vom damaligen Aufsichtsratsvorsitzenden Martin Winkler eine Entlassung Hudlers gefordert. Und schließlich auch Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft eingebracht.
Den „Grund“ für seine Entlassung hatte Hudler ironischerweise selbst geliefert: Während die Interne Revision und schließlich auch die Wirtschaftsprüfungskanzlei Pwc seine Spesenabrechnungen untersuchten, hatte Hudler eine interne Überprüfung der Finanzabteilung der Hofreitschule angeordnet, deren langjähriger Leiter kurz zuvor aus dem Unternehmen ausgeschieden war. Dabei stellte sich heraus, dass Rechnungen im Ausmaß von 700.000 Euro vom (inzwischen ausgeschiedenen) Leiter der Finanzabteilung nicht verbucht worden waren. Hudler ließ diese umgehend begleichen und informierte den Aufsichtsrat.
Obwohl er selbst die Malversationen aufgedeckt hatte, wurde Hudler am 15. September 2025 entlassen. Er habe die Finanzabteilung nicht „mit der gebotenen Sorgfalt überwacht“, so die Begründung des Aufsichtsrates.
Warten auf Bericht des Ministeriums
Die Ermittlungen wegen der Spesenabrechnungen hat die Staatsanwaltschaft Wien am 7. Jänner eingestellt. In Sachen unbezahlte Rechnungen führt sie immer noch ein Verfahren gegen Alfred Hudler. Ex-Aufsichtsratschef Martin Winkler hat als Zeuge bereits ausgesagt, dass es keinerlei Anhaltspunkte dafür gibt, dass Hudler über die unbezahlten Rechnungen Bescheid wusste.
Laut profil vorliegenden Informationen wartet die Staatsanwaltschaft noch auf einen Bericht der Internen Revision des Landwirtschaftsministeriums. Generalsekretär Johannes Abentung hat die Revision am 15. September 2025, dem Tag von Hudlers Entlassung, mit einer Untersuchung beauftragt. Vier Monate später ist der Bericht immer noch nicht fertig. „Es gibt dazu erst einen Zwischenbericht“, sagt Michal Enzinger auf profil-Anfrage. Rechtsanwalt Enzinger ist seit November Aufsichtsratsvorsitzender der Spanischen Hofreitschule. Wozu auch die Eile?
Zum Vergleich: Am 18. Juli 2025 hatte Abentung die Interne Revision mit der Prüfung von Hudlers Spesenabrechnungen betraut. Bereits drei Tage später berichtete die Interne Revision in einer Mitteilung an Abentung, dass Hudler seine Pflichten „nachweislich“ verletzt hätte. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Prüfer des Ministeriums noch nicht einmal alle angeforderten Unterlagen erhalten – geschweige denn Alfred Hudler die Möglichkeit zur Stellungnahme eingeräumt. Noch einmal vier Tage später brachte das Ministerium Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft ein.