Bisher bessere Schiedsrichterleistungen als bei EURO 2012

Zufrieden sind eh nie alle, aber generell ist es eine gute Schiri-EM

Zufrieden sind eh nie alle, aber generell ist es eine gute Schiri-EM

Die Schiedsrichter der Fußball-EM in Frankreich pfeifen bisher recht souverän. Es gibt weniger Gelbe Karten und bessere Abseitsentscheidungen als bei der EM-Endrunde 2012 in Polen und der Ukraine. Mitgrund dafür ist die sogenannte "Match preparation", die Vorbereitung auf die Spiele mit zwei ausgebildeten Trainern.

Pierluigi Collina, der Chef der UEFA-Schiedsrichterkommission, und seine Kollegen haben sich damit vor der Europameisterschaft etwas Neues ausgedacht. Seit Beginn des Turniers bekommen die Schiedsrichter vor jedem Spiel Besuch von Coaches. Die bringen einen Laptop mit und zeigen ihnen eine Art PowerPoint-Präsentation. Zu sehen sind dann zum Beispiel Pässe bestimmter Spieler oder andere taktische Merkmale einer Mannschaft. "Wir können nicht akzeptieren, dass uns ein Schiedsrichter nach dem Spiel sagt: 'Ich habe nicht damit gerechnet, dass dieses oder jenes passiert'", erklärte Collina diese Maßnahme.

Die Schiedsrichter des Turniers in Frankreich pfeifen bisher relativ unauffällig. 3,58 Gelbe Karten waren in den 36 Spielen der Gruppenphase durchschnittlich verteilt worden, 2012 in Polen und der Ukraine waren es nach 36 Partien im Schnitt 4,04 pro Match. Auch die Abseitsentscheidungen haben sich verbessert. 93,54 Prozent der Entscheidungen nach der Gruppenphase waren korrekt, 2012 waren es 90,28 Prozent nach derselben Anzahl an Spielen.

"Sie haben einen guten Job gemacht, jedenfalls gab es bis jetzt keine größeren Probleme", lobte der interimsmäßige UEFA-Generalsekretär Theodore Theodoridis. "Aber wir sollten uns nicht zu früh freuen. Noch sind sieben Spiele zu spielen."

Zwölf Schiedsrichter sind noch im Turnier, sechs waren nach der Gruppenphase nach Hause geschickt worden. "Vor allem aus Gründen der Erfahrung", sagte Collina. "Für viele von ihnen war es das erste große Turnier."