Englander träumen vor Match gegen Slowakei von Maximum

Roy Hodgson dürfte Startelf umstellen

Roy Hodgson dürfte Startelf umstellen

Es sind entscheidende Tage für England: Vor dem Brexit-Votum geht es für die "Three Lions" bei der Fußball-EM um das Weiterkommen. Der Blick des Teams von Trainer Roy Hodgson geht aber schon Richtung Titel. Am Montag (21.00 Uhr) gegen die Slowakei würde den Engländern womöglich sogar eine Niederlage reichen, während Österreichs Nachbarland nur bei einem Sieg keine Schützenhilfe braucht.

Ein verfrühter Euro-Exit Englands erscheint bei der komfortablen Ausgangslage in der Gruppe B als nicht sonderlich realistisch. Neben einer eigenen Niederlage müsste eine ganze Kette von unvorteilhaften Resultaten eintreffen. Zumindest einen Platz unter den besten vier Gruppendritten hat die Hodgson-Auswahl so gut wie fix.

Dennoch herrscht nach den Erfahrungen des peinlichen Scheiterns bei der WM 2014 und bisher vier Heimreisen nach einer EM-Gruppenphase vereinzelt Skepsis. Zu 99,9 Prozent sei England weiter, rechnete die "Times" vor. "Es war aber auch zu 99,9 Prozent sicher, dass Leicester City nicht die Premier League gewinnt." Verbandspräsident Prinz William, der dem Slowakei-Spiel in Saint-Etienne als Tribünengast royalen Glanz verleihen wird, spendete Motivation: "Denkt daran, die Nation steht hinter euch."

Im englischen Teamcamp peilt man statt des profanen Achtelfinal-Einzugs insgeheim aber bereits den Titel an. "Wenn du mit dem Gedanken ins Turnier gehst, dass du nichts schaffst, wirst du niemals was erreichen", sagte Leicester-Profi Jamie Vardy. "Du musst dir immer das maximale Ziel setzen. Es macht keinen Sinn, vor irgendeinem Team Angst zu haben."

Verbandschef Greg Dyke gab indes den Einzug ins Viertelfinale als Minimalziel aus. "Das Halbfinale wäre großartig. Das Viertelfinale, wenn wir wirklich gut gespielt haben, auf eines der besten Teams treffen und dabei verlieren oder im Elfmeterschießen ausscheiden", äußerte der FA-Vorsitzende seine Hoffnungen. Vom weiteren Verlauf des Turnier sei letztlich auch die Vertragsverlängerung von Hodgson abhängig. "Es wird keine Entscheidung fallen, bevor das Turnier vorbei ist", sagte Dyke.

Gegen die Slowakei kommt Hodgson, dessen Arbeitspapier nach dem Turnier in Frankreich endet, laut Expertenmeinungen nicht umhin, Vardy und Wales-Siegtorschütze Daniel Sturridge für die bisher enttäuschenden Harry Kane und Raheem Sterling in die Anfangself zu stellen. "Manchmal stellt sich heraus, dass diejenigen doch nicht der große Hit für dich sind, von denen du es vor dem Turnier erwartet hast", meinte der 68-Jährige.

Schlüsselspieler auf der anderen Seite ist Marek Hamsik. Der slowakische Napoli-Star beeindruckte nicht nur durch den entscheidenden Treffer beim 2:1 über Russland. "Wir sollten uns nicht zu sehr auf dieses Resultat gegen Russland konzentrieren", warnte der Offensiv-Anführer. "Wir spielen jetzt gegen das stärkste Team der Gruppe," sagte Hamsik. Das Duell hat es bei einer EM-Endrunde noch nie gegeben, die bisherigen drei Begegnungen entschied England für sich.

Der EM-Neuling Slowakei hat nach einem Sieg und einer Niederlage als derzeit Dritter gute Aussichten, in die Runde der letzten 16 vorzustoßen. Mit einem Sieg wäre man fix weiter, bei einem Unentschieden sind die Chancen sehr gut. Das Team machte sich am Sonntag von seinem Basiscamp in Vichy auf den Weg nach Saint-Etienne.

Mittelfeldspieler Vladimir Weiss, einst bei Manchester City unter Vertrag, gab sich mit Blick auf eine mögliche Qualifikation fürs Achtelfinale zuversichtlich: "Wir kennen das englische Team sehr gut, das ist ein Vorteil für uns. Wir sollten uns daher auf keine mathematischen Überlegungen einlassen", sagte Weiss der Tageszeitung "Pravda". Nationaltrainer Jan Kozak hat bereits die eine oder andere Umstellung angekündigt.