Großes und kleines Schildkröten-Orakel aus Wien

Schurli soll's wissen

Schurli soll's wissen

Den Job hatten schon eine Elefantenkuh, eine Ziege, ein Krake und etliche mehr: Tierische Orakel sagen den Ausgang der Spiele bei Fußballturnieren vorher. Auch für die EM 2016 treten aus Österreich wieder Propheten aus dem Tierreich an. Spannend wird das Match klein gegen groß: Aufgeboten sind eine noch namenlose maurische Landschildkröte und eine Seychellen-Riesenschildkröte.

"Schurli" hat rund 120 Jahre auf dem Panzer und ist der älteste Bewohner des Tiergartens Schönbrunn. Damit hat er sozusagen schon alle Fußball-Endrunden kommen und gehen gesehen. Er lebt seit 1953 im Wiener Zoo und wird mit 196 Kilogramm einen äußerst gewichtigen Matchspezialisten abgeben: "Schurli" ist das offizielle EM-Orakel des ORF-Frühstückfernsehens. Der Experte wird am Montag in "Guten Morgen Österreich" vorgestellt und tippt am Dienstag das erste Spiel (Österreich - Ungarn), berichtete der Tiergarten auf APA-Anfrage. Anreiz werden Futterschüsseln mit seinem Lieblingsleckerbissen Karotten sein.

Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten befragt jeweils vor den Spielen der Nationalmannschaften von Österreich, Deutschland und der Schweiz eine Schildkröte. Die Vorhersagen, die das Tier durch die Auswahl einer von zwei mit Fähnchen versehenen Erdbeeren trifft, werden über Social-Media-Kanäle verbreitet.

Via Facebook kann auch über den Namen des Weibchens abgestimmt werden. Zur Auswahl stehen Hilde, Trude und Waltraud. Sie soll neben ihrem Job als Fußball-Weise auch auf Probleme bei der privaten Haltung der fälschlicherweise als anspruchslos geltenden Schildkröten aufmerksam machen: Sie sollten nicht ohne Artgenossen leben müssen, im Erwachsenenalter sei die Zimmerhaltung abzulehnen, und wer eine Schildkröte zu Hause hat, muss das der Bezirksverwaltungsbehörde melden. Die Vier-Pfoten-Fußballfachfrau hat Jahre in einer ungeeigneten Unterkunft hinter sich und lebt jetzt in einer Auffangstation.