Kein russischer Hooligan in Marseille festgenommen

Schaden wurde genug angerichtet, viele Verursacher nicht gefasst

Schaden wurde genug angerichtet, viele Verursacher nicht gefasst

Nach den heftigen EM-Randalen in Marseille hat die französische Polizei keinen einzigen russischen Hooligan fassen können. Dies gestand Staatsanwalt Brice Robin am Montag in der südfranzösischen Hafenstadt ein. Dagegen solle wegen der Gewalt sechs Briten, einem Österreicher und drei Franzosen, die festgenommen wurden, noch im Laufe des Tages in einem Schnellverfahren der Prozess gemacht werden.

Die Staatsanwaltschaft will dabei unter anderem Haftstrafen fordern. Bei den Zusammenstößen am Rande der Partie England gegen Russland (1:1) waren am Samstag 35 Menschen verletzt worden, einige von ihnen schwer. Ein englischer Fan, der schwere Kopfverletzungen erlitt, schwebe nach wie vor in Lebensgefahr, sagte Robin. "Seine Angreifer wurden nicht identifiziert." Der Staatsanwalt sprach von 150 russischen Hooligans, die "extrem trainiert" gewesen seien.