ÖFB-Team siegte vor 63 Jahren 9:1 gegen Portugal

Während Österreichs Fußball-Nationalteam im EM-Gruppenduell mit Portugal am Samstag im Pariser Prinzenpark-Stadion als Außenseiter gilt, waren die Kräfteverhältnisse in vergangenen Zeiten noch anders verteilt. Die ersten vier Länderspiele gegen die Iberer brachten für den ÖFB zwei Remis und zwei Siege, darunter auch ein 9:1 am 27. September 1953 in der WM-Qualifikation in Wien.

Damals mit von der Partie waren Alfred Körner und Theodor Wagner, die mit dem Team wenige Monate später bei der WM 1954 in der Schweiz Platz drei erreichten. Der mittlerweile 90-jährige Körner musste beim 9:1 wegen einer Zerrung zur Pause in der Kabine bleiben, der heute 88-jährige Wagner spielte durch und erzielte ein Tor.

Wagner kann sich noch lebhaft an die Partie vor 60.000 Zuschauern im Prater erinnern. "Die Tore sind einfach nur so gefallen. Uns ist praktisch alles gelungen", sagte der Wiener der APA - Austria Presse Agentur. Die Portugiesen waren in der Hoffnung auf ihre erste WM-Teilnahme mit hohen Erwartungen nach Österreich gereist - umso größer war danach die Angst vor der Schelte in der Heimat.

"Ein paar portugiesische Spieler haben mir damals gesagt, sie trauen sich nicht in den Flieger zu steigen, wenn sie daran denken, was sie zu Hause erwartet", erzählte Wagner. Die Qualifikation für die WM wurde 1953 nicht in einer Gruppenphase, sondern in einem K.o.-Duell ohne Berücksichtigung der Tordifferenz ausgetragen. Bei einer Niederlage in der Retourpartie zwei Monate später in Lissabon wäre es zu einem Entscheidungsspiel auf neutralem Boden gekommen.

Dies blieb den Österreichern allerdings erspart - vor 60.000 Zuschauern in Lissabon reichte es zu einem 0:0, womit das WM-Ticket fixiert war. "Wir hätten auch dieses Match gewinnen müssen", erinnerte sich Wagner, der damals in einer Auswahl mit Legenden wie Ernst Ocwirk, Gerhard Hanappi, Walter Zeman oder Erich Probst stand.

Auch wenn am Samstag kein 9:1 zu erwarten ist, so hält Wagner dennoch einen österreichischen Sieg für realistisch. "Die Portugiesen sind sicher zu schlagen, die leben nur von Ronaldo. Wenn er nicht ins Spiel kommt, schaut es gut für uns aus", vermutete Wagner.

Körner weiß, wie man den dreifachen Weltfußballer neutralisieren kann. "Ronaldo muss seinen Gegenspieler spüren, der ist eh empfindlich auf den Füßen."