Die grüne Rechnung geht auf
Man muss in den letzten Jahren keine Produktionshalle betrieben oder einen Fuhrpark disponiert haben, ein Blick auf die eigene Heizrechnung genügt, um das Gefühl zu bestätigen: Energie ist teurer geworden und gleichzeitig unberechenbarer. Das macht sie zum Risikofaktor in jeder Kalkulation. Dazu kommt die Abhängigkeit von fossilen Importen, die Instabilität der Märkte und geopolitische Krisen, die sich in Strompreisen niederschlagen. Die Energiekrise ist Alltag geworden.
Eine Frage der Prioritäten
Und gleichzeitig: Der Klimawandel wartet nicht. Die Hochwasser des Sommers 2024, besonders in Teilen der Steiermark und Niederösterreich, haben uns das eindeutig gezeigt. Denn diese Wetterextreme waren keine Ausreißer, sondern werden sich laut Wissenschaft noch weiter häufen. Für Unternehmen bedeutet das: Die Frage ist nicht mehr, ob man sich mit Energie und Klimaschutz beschäftigt, sondern ob man es rechtzeitig tut.
Trotzdem ist das Thema Klima- und Umweltschutz von vielen Agenden verschwunden. Der Grund dafür ist bestimmt nicht, dass er weniger wichtig geworden wäre, aber das abstrakte Thema wurde von aktuellen Krisen, die sich unmittelbarer anfühlen, verdrängt. Energiepreise, die Produktionskosten in die Höhe treiben. Lieferketten, die reißen. Geopolitische Abhängigkeiten, die plötzlich sichtbar werden, wenn Gas knapp wird oder Strom teuer. Im Wettbewerb um knappe Aufmerksamkeit (und noch knappere Budgets) rückt die Nachhaltigkeit immer weiter in den Hintergrund.
Das ist nicht nur ein Gefühl, sondern belegt: Laut dem Sustainability Barometer Österreich 2025 von EY gaben 2024 noch 23 Prozent der über 200 befragten österreichischen Großunternehmen (ab 100 Mitarbeitenden) an, dass Klimaschutz ihr Handeln stark beeinflusst. Ein Jahr später sind es nur noch zehn Prozent. Und laut ESG Performance Ranking 2025 von PwC konnten von den 161 umsatzstärksten Unternehmen Österreichs nur acht Prozent (das entspricht 13 von 161 Unternehmen) in den vergangenen drei Jahren ihre CO2-Emissionen tatsächlich senken.
Vorausdenken zahlt sich aus
Hinzu kommt: Das EU-Omnibus-Paket 2025 hat Nachhaltigkeitsberichtspflichten für viele Unternehmen verschoben und den Anwendungsbereich um 80 Prozent reduziert. Viele, vor allem kleinere Unternehmen, die vom Anwendungsbereich somit ausgenommen wurden, haben das als Signal gelesen: Wenn die Politik zurückrudert, können wir es auch. Das könnte sich langfristig noch als Irrtum herausstellen, denn im März 2026 hat der Rat der EU ein verbindliches Klima-Zwischenziel für 2040 festgeschrieben: 90 Prozent weniger Netto-Treibhausgasemissionen gegenüber 1990.
Diese Entwicklungen zeigen, dass sich Energie und Klimaschutz gegenseitig bedingen. Unternehmen, die früh in Energieeffizienz und erneuerbare Eigenversorgung investiert haben, sind heute klimakonformer und weniger anfällig für Preisschwankungen und politische Überraschungen. Wer nicht handelt, zahlt am Ende doppelt: Laut EY und Verweisen auf Berechnungen des Finanzministeriums könnte das Verfehlen nationaler Klimaziele die Republik bis 2030 bis zu 2,9 Milliarden Euro an budgetwirksamen Zahlungen kosten.
Innovation und Transformation hin zu nachhaltigen, auf erneuerbaren Energien basierenden Prozessen sollen nicht als Belastung für die Industrie verstanden werden, sondern als Hebel für technologische Erneuerung und neue Marktchancen.
Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds
Mit dem eigenständigen Förderprogramm „FTI-Initiative Transformation der Industrie“ unterstützt der Klimafonds österreichische Unternehmen dabei, Produktion klimafreundlicher und international wettbewerbsfähiger zu machen: von neuen Komponenten für erneuerbare Energiesysteme über emissionsarme Fertigungsprozesse bis hin zu nachhaltigen Geschäftsmodellen.
Wer ökologische Verantwortung mit wirtschaftlicher Stärke verbindet, sichert die Zukunft des Standorts Österreich. Der wichtigste Hebel ist Innovation, die nicht nur wirkt, sondern auch wettbewerbsfähig bleibt.
Vorstandsmitglied Erste Bank
Klimaschutz als Chance
Aber was kann das konkret heißen? Ein:e Lebensmittelproduzent:in installiert Photovoltaik mit Batteriespeicher, nicht nur aus Überzeugung, sondern weil es wirtschaftlich Sinn macht. Die Energiekosten werden planbarer, weil die Netzabhängigkeit sinkt. Eine Gießerei stellt schrittweise auf grünen Wasserstoff um und verbessert damit ihre CO₂-Bilanz und ihre Abhängigkeit von schwankenden Gaspreisen. Ein:e Maschinenbauer:in entwickelt Komponenten für Windkraftanlagen und erschließt damit Exportmärkte, die mit konventioneller Produktion unerreichbar gewesen wären. Das sind Strategien, die sich in Zukunft auszahlen werden.
Neue Umwelttechnologien erschließen Märkte und schaffen Jobs. Klimaresilienz schützt Lieferketten vor Unterbrechungen. In einer instabilen Weltlage gewinnen solche Sicherheiten an Bedeutung. Wer heute in nachhaltige Produkte und Prozesse investiert, sichert sich Vorteile, die morgen schwer aufzuholen sind.
Sei Vorbild, zeig profil!
Beim zeig profil award 2026 werden in der Kategorie Umwelt & Klima genau solche österreichischen Unternehmen gesucht: Projekte, die innovative Lösungen für ökologische Herausforderungen mit wirtschaftlicher Stärke verbinden. Egal ob technische Innovation, ressourcenschonendes Produktionsverfahren, klimafreundliches Produkt oder durchdachte Energiestrategie. Entscheidend ist ein messbarer Unterschied.
Einreichen können Unternehmen jeder Größe - vom Start-up bis zum etablierten Industrie- oder Dienstleistungsbetrieb. Wichtig ist, dass der Standort Österreich gestärkt wird, denn die Transformation wird nicht von wenigen Großkonzernen allein gestemmt. Sie entsteht aus vielen konkreten Projekten, die beweisen: Es geht. Und es lohnt sich.
Hier geht's zu den Teilnahmebedingungen und Infos zu Nutzungsrechten und Datenschutz.
Der award-Fahrplan 2026
Projekteinreichung: 9. Mai bis 23. August 2026
Gleich hier einreichen!
Öffentlichkeitsvoting: 28. August bis 8. September 2026
Die Österreicher:innen können online für ihre Favoriten abstimmen. Die sechs meistnominierten Projekte werden von einer Jury bewertet.
Expert:innen-Jury: 16. September 2026
Eine unabhängige Jury evaluiert die Projekte der Finalist:innen und bestimmt eine:n Preisträger:in für jede Kategorie.
zeig profil award-Show: 8. Oktober 2026
Die Verleihung des awards findet mit allen Nominees, Business Angels, Inkubator:innen, Community-Partner:innen und geladenen Gästen in Wien statt.