Ein Kind und ein Mann arbeiten in einer Werkstätte
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Vom Handwerksbetrieb bis zum Weltmarktunternehmen: Österreichs Familienbetriebe verbinden Verlässlichkeit, Werte und regionale Verantwortung. Und stehen trotzdem nicht still.

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Vom Großvater gegründet, von der Tochter weitergeführt, vom Enkel neu ausgerichtet: Traditionsunternehmen denken nicht in Quartalen, sondern in Generationen. Sie sind tief in ihrer Region verwurzelt und seit Jahrzehnten, manchmal Jahrhunderten, Teil des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Gefüges dieses Landes. Beständigkeit und Werte auf der einen Seite. Wandel, Verantwortung und Weiterentwicklung auf der anderen. 

Familien als Wirtschaftskraft

Familienunternehmen sind kein Randphänomen der österreichischen Wirtschaft. Laut Handelsverband stehen sie für 34 Prozent aller Unternehmen in Österreich und beschäftigen gemeinsam rund 2,2 Millionen Menschen. Die Bandbreite reicht vom kleinen Handwerksbetrieb bis hin zum weltweit erfolgreichen Großkonzern. 

Was viele von ihnen eint, ist die Fähigkeit, wirtschaftlichen Erfolg mit traditionellen Werten zu verbinden: Qualität statt schnellem Profit, langfristiges Denken statt nur bis zum nächsten Quartalsreporting. Viele der Unternehmen sind sich der Verantwortung bewusst, die sie für Region, Belegschaft, aber auch Umwelt tragen.

Besonders sichtbar wird das beispielsweise in der Landwirtschaft. 78,6 Prozent aller Arbeitskräfte in österreichischen Landwirtschaftsbetrieben sind Familienangehörige (Stand: 2023). 96 Prozent der heimischen Agrarbetriebe sind Familienbetriebe (Statistik Austria 2023). Wer hier einen Hof übernimmt, übernimmt nicht nur ein Unternehmen, sondern ein über Generationen aufgebautes Lebenswerk, wo Land, Tier und Gemeinschaft zusammenspielen. Oft braucht es die nächste Generation, um sich fortschrittlich in Richtung Nachhaltigkeit und biologischer Wirtschaftsweise weiterzuentwickeln. Fast 24 Prozent der österreichischen Landwirtschaftsbetriebe wirtschaften heute nach biologischen Richtlinien. Und das ist kein Zufall, sondern eine Frage der Wertehaltung, die über Generationen hinweg gereift ist.

Zwischen Bewahren und Loslassen

Viele dieser Unternehmen bewegen sich in einem besonderen Spannungsfeld. Sie tragen ihre Geschichte mit Recht mit Stolz und müssen sich zugleich ständig neu erfinden. Wer einen Betrieb in zweiter, dritter oder vierter Generation führt, steht vor der Frage: Was bleibt? Was muss sich ändern? Und wo muss man loslassen?

Der äußere Wandel ist sichtbar und oft gut lösbar. Es geht um neue Technologien, Digitalisierung und veränderte Kund:innenbedürfnisse. Viele Traditionsbetriebe haben verstanden, dass digitale Werkzeuge keine Bedrohung für ihre Identität sind, sondern ein notwendiges Mittel, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Ein Weingut, das seine Kellerlogistik digitalisiert, gibt seinen Wein nicht auf. Eine Tischlerei, die mit KI-gesteuerten Fräsen arbeitet, verliert nicht ihr Handwerk. Eine Entscheidung, die viele Firmen treffen müssen, ist: Womit diene ich dem, wofür wir stehen?

Schwieriger ist die innere Haltung. Die junge Geschäftsführerin braucht den Mut, Althergebrachtes zu hinterfragen, ohne das Vermächtnis zu entwerten. Der Senior-Chef muss vertrauen können, dass die nächste Generation die Anforderungen ihrer Zeit versteht. Von der Vergangenheit zu lernen, ohne sie festzuhalten, ist eine Herausforderung. In Familienunternehmen sehen gleich mehrere Generationen dabei zu, und das ist nicht einfach.

Nur wenn man respektvoll gegenüber der Vergangenheit und verantwortungsvoll für die Zukunft wirtschaftet, kann ein Betrieb von Generation zu Generation wachsen und sich entwickeln. Bei Traditionsunternehmen gehen Nachhaltigkeit und Innovation daher ganz selbstverständlich Hand in Hand - so auch bei uns seit 164 Jahren.

Thomas Meinl

Julius Meinl Kaffee

Das Rückgrat der Gesellschaft

Traditionsunternehmen leisten für Österreich mehr als wirtschaftlichen Erfolg. Im ländlichen Raum sichern sie Arbeitsplätze vom ersten Ferialpraktikum bis zur jahrzehntelangen Karriere. Sie bilden Lehrlinge aus, unterstützen Vereine, setzen sich für kulturelle Veranstaltungen ein und fördern ihre Gemeinschaft aus einer selbstverständlichen Überzeugung heraus.

In Krisenzeiten zeigt sich der Unterschied besonders deutlich: Wertschöpfung im eigenen Land zu halten und langjährige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mitzutragen wird im Familienbetrieb auch als Kostenfaktor gesehen. Diese Verlässlichkeit ist allerdings für viele nicht verhandelbar, sondern gehört zur Firmenidentität.

Gerade in Österreich sind es familiengeführte Traditionsunternehmen, die Stabilität und Aufbruch zugleich verkörpern. Sie prägen unseren Wirtschaftsstandort und treiben Innovation aus Überzeugung voran.

Maximilian Clary und Aldringen

Kundenvorstand der Erste Bank Österreich

Wer in Generationen denkt, denkt automatisch weiter als zur nächsten Berichtsperiode. Ressourcenschonung, regionale Lieferketten und die Entscheidung für Langlebigkeit ist gelebte Praxis. Die Bereitschaft, sich stetig weiterzuentwickeln, ohne sich zu verbiegen, ist das, was Traditionsunternehmen von bloßen Alteingesessenen unterscheidet.

Zeig profil – sei Vorbild!

In der Kategorie „Traditionsunternehmen“ des zeig profil award wird genau diese Haltung ausgezeichnet. Gesucht werden Unternehmen, die mindestens in zweiter Generation geführt werden, also Betriebe, die auf eine gewachsene Geschichte zurückblicken und trotzdem mutig in die Zukunft investieren. Familien, die den Wandel gestalten, ohne ihre Identität zu verlieren. Egal ob Handwerk, Industrie, Tourismus, Landwirtschaft oder Lebensmittelproduktion – entscheidend ist der individuelle Weg, Vergangenheit und Zukunft wertschätzend zu verbinden.

 Hier geht„s zu den Teilnahmebedingungen und Infos zu Nutzungsrechten und Datenschutz.

Der award-Fahrplan 2026

Projekteinreichung: 9. Mai bis 18. Juli 2026
Gleich hier einreichen!

 

Öffentlichkeitsvoting: 28. August bis 8. September 2026
Die Österreicher:innen können online für ihre Favoriten abstimmen. Die sechs meistnominierten Projekte werden von einer Jury bewertet.

 

Expert:innen-Jury: 16. September 2026
Eine unabhängige Jury evaluiert die Projekte der Finalist:innen und bestimmt eine:n Preisträger:in für jede Kategorie.

 

zeig profil award-Show: 8. Oktober 2026
Die Verleihung des awards findet mit allen Nominees, Business Angels, Inkubator:innen, Community-Partner:innen und geladenen Gästen in Wien statt.