Am (grünen) Strome
Sonne hui, Wind pfui
„Während wir bei Technologien wie PV derzeit teilweise rasante Fortschritte sehen, hinken wir bei anderen dem Soll hinterher. Insbesondere bei der Windenergie, die im Winter künftig eine zentrale Rolle bei der Sicherung der Stromversorgung spielen soll, liegen wir derzeit klar unterhalb der erforderlichen Ausbaupfade“, sagt Barbara Schmidt, Generalsekretärin von Oesterreichs Energie. Zur Einordnung: Die Gesamtleistung der im Vorjahr ans Netz angeschlossenen PV-Anlagen überstieg die aller großen Donaukraftwerke.
34 TWh
Um 2030 den heimischen Stromverbrauch zu bilanziell 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen zu decken, müssten laut Nationalem Energie- und Klimaplan (NEKP) 34 TWh an erneuerbarer Stromerzeugung ausgebaut werden.
Vom Importeur zum Exporteur
Bezog Österreich 2022 noch rund zehn Prozent seines Strombedarfs aus dem Ausland, drehte sich das zwei Jahre später: Übers Jahr gerechnet waren wir 2024 Netto-Exporteure mit einem Überschuss von zehn Prozent. Das lag vor allem an der außergewöhnlich guten Wasserkrafterzeugung von Jänner bis Oktober, während in den Wintermonaten aus Kostengründen zugekauft wurde. „Im Winter 2023/24 wäre die Versorgung aber auch rein durch nationale Erzeugung lückenlos möglich gewesen“, so der aktuelle E-Control-Monitoringbericht.
Speichern unter
Im Frühjahr ging „Österreichs größte Batterie“ in Betrieb: Die modernisierte Pumpspeicherkraftwerksgruppe „Malta-Reißeck“ kann enorme Strommengen aus Sonnen- und Windenergie zwischenspeichern und bei Bedarf schnell ins Netz einspeisen. Einen anderen Weg geht die RAG Austria mit ihrem Wasserstoffspeicher in einer unterirdischen Porenlagerstätte: Das Speichervolumen des Underground Sun Storage in Rubensdorf (OÖ) entspricht dem Sommerüberschuss von etwa 1.000 Photovoltaik-Anlagen auf Einfamilienhäusern.