„Bad Fucking”: Neue Film von Harald Sicheritz bleibt beklemmend unheiter

„Bad Fucking”: Neue Film von Harald Sicheritz bleibt beklemmend unheiter

Beklemmend unheiter: Harald Sicheritz verfilmt einen Roman von Kurt Palm - und versenkt „Bad Fucking” im Zynismus.

Wo Lüge, Dummheit und Missgunst uneingeschränkt regieren, ist es zu Erpressung und Mord nicht mehr weit. Das destruktive Treiben in dem fiktiven österreichischen Kurort Bad Fucking jedenfalls, das Kurt Palm in seinem gleichnamigen Provinzkrimi 2010 beschrieben hat, ist nun auch die Grundlage eines Filmlustspiels, dessen stilistisches Raffinement sich ungefähr auf Höhe des Feinsinn seines Titels befindet. Das Ensemble um Adele Neuhauser, Michael Ostrowski, Wolfgang Böck und Johannes Silberschneider steht ungeschützt im Dauerfeuer der Kalauer und muss nebenbei auch noch politischen Breitseiten (Asylantenheimbau, Ministerinnen-Kidnapping) über sich ergehen lassen.

Es ist interessant zu beobachten, wie sehr die Austro-Gegenwartskomödie wieder am Unterhaltungsfilm der 1950er-Jahre Maß zu nehmen scheint - vom "Weißen Rössl“ zu "Bad Fucking“ ist es motivisch nur ein Katzensprung, auch wenn der eine Film sich harmlos-heiter gibt und der andere zynisch-apokalyptisch. Die angestrengt "turbulente“ Anlage des Films allein kann den beklemmenden Mangel an Heiterkeit nicht erklären: Es ist die dumpfe Aggression, mit der hier "Spaߓ getrieben wird, die jeden Anflug von Comedy im Keim erstickt. Pointen serviert Sicheritz stets mit dem Vorschlaghammer, als hätte er ein paar offene Rechnungen zu begleichen. "Bad Fucking“ ist zu verkrampft, um zu belustigen, und nicht geschmacklos genug, um auch nur in die Nähe der offenbar intendierten schwarzen Komödie zu gelangen. Ein Sittenbild - aber eines, das nicht den Gesamtzustand der österreichischen Idyllenfolklore kritisch beleuchtet, sondern vor allem jenen der heimischen Kinogroteske.