Baseball-EM in Österreich: Wenn's im Prater zehnmal klingelt

Als noch alles möglich schien: Beim Singen der Hymne war die Zuversicht noch groß

Als noch alles möglich schien: Beim Singen der Hymne war die Zuversicht noch groß

Die zweite Heim-EM innerhalb von drei Jahren: Österreichs Baseball-Nationalteam kämpft wieder darum, eine Herzensangelegenheit in das Rampenlicht zu rücken. Ein internationales Betreuerteam soll dabei helfen.

Was machen ein Japaner, ein Kubaner, ein Amerikaner und ein Österreicher am Mittwoch Abend auf der Spenadlwiese im Prater? Sie hoffen, dass ihre Schützlinge in Rot den Ball öfters treffen als ihre Gegner in Blau. Bei den vier Herren handelt es sich um Hiroyuki Sakanashi, Headcoach des österreichischen Baseball-Nationalteams, und seine drei Betreuerkollegen Arion Quirantes, Dan Hall und Robert Buchelt.

Zack, und weg ist der Ball!

Zack, und weg ist der Ball!

Von 27. Juli bis 2. August ist Österreich nach 2013 das zweite Mal Gastgeber der Baseball-B-EM im Wiener Prater. Neben dem gestrigen Gegner Israel zählt Österreich hinter Schweden zu den Titelkandidaten des Turniers, die anderen Mannschaften aus Weißrussland, Litauen und Polen dürfen sich zumindest über eine schöne Zeit in Wien freuen.

Dankbare Fans: Ein guter Hit, und die Menge brodelt wieder

Dankbare Fans: Ein guter Hit, und die Menge brodelt wieder

Baseball fristet in Österreich seit seinen ersten Gehversuchen vor knapp 30 Jahren - freundlich formuliert - immer noch ein Nischendasein. Diesem Umstand und dem schlechten Wetter trotzten an diesem Abend aber immerhin 400 gutgelaunte Freundinnen und Freunde des gepflegtem Baseballspiels. "Ich habe in meiner Jugend den Film "Die Indianer von Cleveland" gesehen und bin diesem Sport seitdem verfallen", erzählt Franz, der in der ersten Reihe der Haupttribüne das Spiel angespannt mitverfolgt. Während der regulären Saison komme es jedoch schon vor, dass er bei den Begegnungen der auf der Spenadlwiese spielenden "Vienna Wanderers" oder "Vienna Metrostars" inmitten von maximal 50 Zusehern sitze.

Ein Hit, ein Punkt und einmal abklatschen: Israel setzt sich souverän ab.

Neben den beiden Wiener Vereinen sind derzeit noch vier Klubs aus den Bundesländern Bestandteil der Austrian Baseball League. Kein Spieler verdient hierzulande jedoch Geld mit seinen "Hits" und "Catches", aber eine Herzensangelegenheit ist auch ein schönes Hobby.

Das Gute an einer Nischensportart: Die Schlangen vor den Imbisstsänden halten sich in Grenzen

Das Gute an einer Nischensportart: Die Schlangen vor den Imbisstsänden halten sich in Grenzen

Auf dem Spielfeld läuft es derweilen ebenfalls durchwachsen und Österreich liegt bereits nach wenigen Innings (Spielrunden) mit 0:5 zurück. Der entspannten Stimmung tut das aber kaum Abbruch. Mit "Let's go Mo"-Rufen versuchen die Singfreudigen unter den Fans die Spieler in Rot-Weiß weiter zu motivieren. Allerdings vergeblich. Am Ende steht es nach neun Innings 1:10 für die Gäste aus Israel. Im letzten Spiel gegen Schweden am Donnerstag (19 Uhr) muss also ein Sieg her, denn nur der Gruppen-Sieger dieser Europameisterschaft steigt von der B- in die A-Liga auf.

Zaungäste: Auch außerhalb des Stadions blieb man der Mannschaft trotz der klaren Niederlage bis zum Ende treu

Zaungäste: Auch außerhalb des Stadions blieb man der Mannschaft trotz der klaren Niederlage bis zum Ende treu