Champions League: Real Madrid vs. Atletico Madrid - Live-Stream und Infos zum Finale

Champions League: Real Madrid vs. Atletico Madrid - Live-Stream und Infos zum Finale

Wenn Real Madrid und Atletico Madrid am Samstag (20.45 Uhr / Live-Stream auf Puls 4) in Lissabon aufeinandertreffen, ist das nicht nur ein innerspanisches Duell und das erste Stadtderby im Finale der Champions League.

Real Madrid kann im Champions Leage Finale gegen den Stadtrivalen Atletico fix mit Stürmerstar Cristiano Ronaldo planen. "Cristiano hat trainiert und keine Probleme", sagte Real-Coach Carlo Ancelotti am Freitagabend in Lissabon. Fraglich ist weiter das Mitwirken von Verteidiger Pepe und Stürmer Karim Benzema. "Beide haben in dieser Woche noch nicht trainiert. Wir müssen die Abschlusseinheit abwarten", sagte Ancelotti.

Diego Costa fraglich
Bei Gegner Atletico hoffen alle darauf, dass Diego Costa und Arda Turan rechtzeitig matchfit werden. "Sie haben besser trainiert, aber wir müssen abwarten, wie sie sich fühlen. Dann werden wir entscheiden", sagte Coach Diego Simeone. Das Duo sei natürlich sehr wichtig für die Mannschaft. "Aber wenn sie nicht fit sind, werden andere für sie spielen", betonte der Argentinier. Costa hat Probleme am Oberschenkel, Turan laboriert an einer Beckenprellung.

Real vs. Atletico: Historische Bedeutung
Es ist auch ein Duell, das nicht nur rein sportlich eine historische Bedeutung hat, sondern auch sozial und politisch. Wobei die Geschichte im Grunde anders war, als sie im Nachhinein gerne gedeutet wird.

Dabei geht es nicht nur um die soziologische Einordnung. Atletico Madrid wurde im Jahr 1903 gegründet. Von madrilenischen und baskischen Studenten, die eigentlich dem Athletic Club de Bilbao (baskisch Bilbo) angehört hatten. Der in der Nähe der großen Mahou-Brauerei im südlicheren Teil der spanischen Hauptstadt in einem traditionellen Arbeiterviertel angesiedelte Verein steht traditionell für eine gewisse Erdigkeit und soziale Bodenhaftung. dpa/Snack TV

Dafür spricht auch die Genese des Spitznamens "Colchoneros". Die "Rojiblancos" ("Rotweißen") trugen in ihrer Gründerzeit nämlich an sich blauweiße Trikots. Dann kam jemand auf die Idee, die Sportdressen aus dem besonders strapazfähigen Stoff für Matratzen herzustellen. Und die hatten in Spanien meist rote und weiße Streifen. "Colchoneros" kann in etwa mit "Matratzenmacher", "Matratzenhändler" oder "Matratzinger" übersetzt werden.

Der 1902 gegründete Real Madrid Club de Futbol ist hingegen seit den 1920er Jahren im eher zentralen Stadtteil Chamartin am Boulevard Paseo de la Castellana beheimatet. Real haftet das Image des Nobelclubs an. Vor allem aber galt er über Jahrzehnte als Repräsentationsverein des Regimes von General Francisco Franco, der Spanien von 1939 bis 1975 beherrschte sowie einen autokratisch-nationalkatholischen und vor allem höchst konservativen Touch verpasste.

Eigentlich hatte Franco, der den Fußballs nicht nur propagandistisch nutzen wollte, sondern sich auch tatsächlich dafür interessierte, alles aber ganz anders geplant gehabt. Nach seinem Sieg im Spanischen Bürgerkrieg (1936-39) gegen die verschiedenen Truppen der generell im linken Spektrum angesiedelten Republikaner sollte eigentlich Atletico de Madrid sein Vorzeigeclub werden. Atletico wurde 1939 sogar mit dem Team von Francos Luftwaffe fusioniert und hieß bis Ende 1946 "Atletico Aviacion".

Die Zuneigung Francos zu Real wurde erst mit den Erfolgen in den 1950er und 60er Jahren geweckt, als das "weiße Ballett" sechsmal den Europacup der Meister gewann, und sich der "Generalisimo" im internationalen Ruhm gleich ein wenig mitsonnen konnte. Bezeichnend ist auch, dass auf das Attribut "Real", also "Königlich", im Vereinsnamen auch zu Zeiten der Diktatur nie verzichtet wurde.

Gegenpol zun FC Barcelona
Allerdings entwickelte sich Real Madrid zu dieser Zeit auch zum Gegenpol zum FC Barcelona, der von vielen Fans als Hort des Katalanentums hochstilisiert wurde. Für aufsässige Katalanen oder gar militante Basken hatte Franco als stolzer Spanier aber schon gar nichts über. Über Jahrzehnte war diesen Minderheiten sogar der Gebrauch der eigenen Sprache verboten.

Diese exponierte Rolle Reals war aber hauptsächlich auf die sportlichen Erfolge zurückzuführen, die Franco eben als Trittbrettfahrer für eigene Zwecke zu nutzen wusste. Mit Atletico war da für das Regime hingegen nicht viel zu holen. Große Erfolge gab es während der Franco-Diktatur nur sporadisch. 1950, 1951, 1966 wurde der Titel eingefahren. Und 1973, als der Österreicher Max Merkel die "Colchoneros" mit "Zuckerbrot und Peitsche" zum Gewinn der Meisterschaft führte.

Von 1987 bis 2003 hatte dann der ebenso exzentrische wie bisweilen halbseidene Unternehmer Jesus Gil y Gil das Sagen. Er holte 1990 auch den Niederösterreicher Gerhard Rodax zu den "Rojiblancos". Die Bilanz hatte eine Bandbreite vom Meistertitel 1996 bis zum Abstieg im Jahr 2000. Ehe der ehemalige Luftwaffenverein 14 Jahre wieder zu einem Höhenflug startete, der sogar auf den Gipfel des europäischen Clubfußballs führen könnte.

Real Madrid gegen Atletico Madrid am Samstag, 24.5. (20.45 Uhr / Live-Ticker News.at und Live-Stream auf Puls 4 )

Stadion: Da Luz, Lissabon
Schiedsrichter: Kuipers (Niederlande)
Assistenten: van Roekel (Niederlande), Zeinstra (Niederlande)
Torrichter: van Boekel (Niederlande), Liesveld (Niederlande)
Vierter Schiedsrichter: Cakir (Türkei)

Aufstellung Real Madrid
Casillas - Carvajal, Varane, Sergio Ramos, Fabio Coentrao - Modric, Illarramendi, di Maria - Bale, Cristiano Ronaldo - Benzema, Trainer: Ancelotti

Reservebank: Diego Lopez (Tor), Jesus Fernandez (Tor), Arbeloa, Marcelo, Nacho, Pepe, Casemiro, Isco, Khedira, Morata

Aufstellung Atletico
Courtois - Juanfran, Miranda, Godin, Filipe - Tiago, Gabi - Arda Turan, Koke - Adrian, Villa, Trainer: Simeone

Reservebank: Aranzubia (Tor), Alderweireld, Gimenez, Insua, Javi Manquillo, Diego, Mario Suarez, Raul Garcia, C. Rodriguez, Sosa, Diego Costa

Das Estadio da Luz in Lissabon

(APA/Red)

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