Champions League bleibt für Red Bull Salzburg wieder unerfüllter Traum

Champions League bleibt für Red Bull Salzburg wieder unerfüllter Traum

Die Champions League bleibt für RB Salzburg auch heuer ein unerfüllter Traum. Die Salzburger verloren am Mittwoch im Play-off-Rückspiel bei Malmö FF mit 0:3 (0:2) und verspielten so den 2:1-Vorsprung aus dem Heimspiel. Österreichs Fußball-Meister ist damit zum siebenten Mal in der Ära Red Bull in der Qualifikation für die Königsklasse gescheitert. Markus Rosenberg mit zwei Treffern (11./Elfmeter, 85.) und Magnus Eriksson mit einem Weitschuss (19.) sorgten dafür, dass Schweden erstmals seit dem Jahr 2000 wieder mit einer Mannschaft in der Champions League vertreten ist.

Markus Rosenberg mit zwei Treffern (11./Elfmeter, 85.) und Magnus Eriksson mit einem Weitschuss (19.) sorgten dafür, dass Schweden erstmals seit dem Jahr 2000 wieder mit einer Mannschaft in der Champions League vertreten ist. Die Salzburger enttäuschten nach dem frühen Rückstand eine Halbzeit lang und fanden auch in der zweiten Hälfte nur phasenweise zu ihrem Spiel. Die Abwehrmauer von Malmö konnten sie aber nicht knacken.

Statt in der Champions League geht es für die Roten Bullen daher in der Europa League (EL) weiter, die Auslosung der EL-Gruppen erfolgt am Freitag (13.00 Uhr) in Monaco.

Salzburg war vor 20 Jahren noch als Austria zum bisher einzigen Mal in der Champions League dabei (1994/95), in der Ära Red Bull gab es seit 2006 mittlerweile sieben erfolglose Anläufe auf die Königsklasse. Diesmal sollte es für das Team von Trainer Adi Hütter endlich so weit sein, auch wenn ein unnötiger Gegentreffer in der Nachspielzeit des Hinspiels die Ausgangsposition verschlechtert hatte.

Durch einige Ausfälle (Ulmer und Schiemer verletzt, Mane aus disziplinären Gründen nicht im Kader) war Hütter zu einigen Umstellungen genötigt und bot eine gegenüber dem Heimspiel komplett neue linke Seite auf. Verteidiger Martin Hinteregger hatte am Vormittag den Fitnesstest bestanden, kam allerdings nicht auf seiner Stammposition in der Innenverteidigung zum Einsatz, sondern links in der Viererkette. Stefan Ilsanker rückte in die zentrale Abwehr neben Andre Ramalho zurück. Den Platz von Mane nahm Neun-Millionen-Mann Massimo Bruno ein.

Salzburg wollte sich auf dem knappen Vorsprung nicht ausruhen und ging mit einer offensiven Elf ins Rückspiel. Die erste Chance hatte auch Österreichs Meister, doch Soriano kam nicht mehr an eine Hereingabe von Kampl (5.).

Danach folgte im mit 21.000 Zuschauern ausverkauften "Hexenkessel" allerdings die kalte Dusche. Die neu formierte Abwehr stand bei einem Vorstoß der Heimischen nach Ilsanker-Fehler schlecht, Torhüter Gulacsi kam gegen Eriksson zu spät und brachte ihn zu Fall. Stürmerstar Rosenberg ließ sich die Chance nicht nehmen und versenkte den Elfmeter sicher zur Führung der Schweden (11.).

Malmö hatte damit früh den Rückstand aus dem Hinspiel dank der Auswärtstorregel wett gemacht - und legte acht Minuten später sogar den zweiten Treffer nach. Eriksson sah, dass Gulacsi zu weit vor dem Tor stand und überhob den Torhüter aus ca. 30 Metern zum 2:0 (19.).

Den Salzburgern merkte man die Verunsicherung nach dem raschen Rückstand an. Ihr Offensivspiel lief nicht mit der gewohnten Präzision und dem erhofften Druck, Soriano und Co. konnten in der ersten Halbzeit auch nie das gefürchtete Pressing aufziehen. Der 17-fache schwedische Meister kaufte den Gästen mit robustem Spiel die Schneid ab.

In der zweiten Halbzeit erhöhte die Hütter-Elf das Tempo und fand so besser in die Partie. Der in der Pause eingewechselte Ankersen gab die ersten Warnschüsse ab (52., 57.). Als Halsti aus kurzer Distanz der Ball an die Hand sprang, war es dem slowenischen Schiedsrichter Skomina keinen Elfmeterpfiff wert. Und im Konter sorgte Rosenberg in aller Ruhe für die endgültige Entscheidung zugunsten von Malmö, das im siebenten Europacup-Heimspiel in Folge ohne Gegentreffer blieb.

Salzburg verspielte mit der Niederlage Prestige und Einnahmen in zweistelliger Millionenhöhe. 2,1 Mio. Euro brachte die Teilnahme am Play-off, dazu wären UEFA-Prämien von 8,6 Mio. Euro gekommen, weiters Einnahmen aus dem Ticket-Verkauf für zumindest drei Heimspiele und ein Anteil am Marketing-Kuchen. In der vergangenen Saison brachten die UEFA-Zahlungen jedem CL-Teilnehmer mindestens 12 Mio. Euro. Doch für Salzburg blieb einmal mehr nur die Zuschauerrolle im Konzert der ganz Großen.

+++ Nachlese +++

Fußball-Meister Red Bull Salzburg hat am Dienstag ohne Flügelspieler Sadio Mane die Reise zum Play-off-Rückspiel um den Einzug in die Champions League in Malmö angetreten. Der 22-jährige Senegalese steht aus disziplinären Gründen nicht im Kader, bestätigte Sportdirektor Ralf Rangnick vor dem Abflug am Flughafen Salzburg.

Rangnick geht von Vereinswechsel aus
Mane hatte am Vortag nach zehn Minuten das Training verlassen und ist seither bei keinem vereinbarten Termin mehr erschienen. "Ich gehe davon aus, dass er den Verein wechseln will", sagte Rangnick. Eine konkrete Anfrage liege dem Club aber noch nicht vor. Salzburg verteidigt in Malmö eine 2:1-Führung aus dem Hinspiel.

Adi Hütter muss zudem auf Hinspiel-Torschützen Franz Schiemer verzichten. Der Innenverteidiger laboriert an einer Muskelverletzung im Adduktorenbereich. Sollte auch der rekonvaleszente Martin Hinteregger wegen seiner Oberschenkelprobleme nicht rechtzeitig fit werden, muss Mittelfeld-Abräumer Stefan Ilsanker wie zuletzt in der Liga gegen Altach (5:0) im Abwehrzentrum aushelfen. Weil Youngster Duje Caleta-Car nicht für den Europacup gemeldet ist, rückt zudem der ebenfalls erst 17 Jahre alte Liefering-Spieler Konrad Laimer in den Kader der Kampfmannschaft.

Auch Malmö mit Personalsorgen
Auch den Gegner plagen Personalsorgen. Malmös brasilianischer Linksverteidiger Ricardinho zog sich am Wochenende bei der Generalprobe gegen Norrköping (3:0) eine Innenbandverletzung im Knie zu und fällt mehrere Wochen aus. Der 29-Jährige dürfte vom unerfahrenen Pa Konate ersetzt werden. "Wir haben einen großartigen Außenverteidiger verloren, das macht es nicht leichter für uns", meinte Trainer Aage Hareide.

Malmö will als erstes schwedisches Team seit Helsingborg im Jahr 2000 in die Königsklasse. "Das wird das wichtigste Match für Malmö seit langer Zeit, eine wirklich schwierige Aufgabe", betonte Hareide. Der Norweger setzt vor allem auf seinen Stürmerstar Markus Rosenberg und den schwedischen Teamspieler Emil Forsberg, der schon im Hinspiel das wichtige Auswärtstor erzielt hatte.

Rosenberg: "Wird ein großartiges Spiel für uns"
Zu Hause ist Schwedens Meister sechs Europacup-Spiele in Folge ungeschlagen (drei Siege, drei Remis) und hat dabei kein Tor erhalten. "Es wird ein großartiges Spiel für uns, ähnlich wie gegen Sparta Prag", meinte Rosenberg. Gegen Tschechiens Meister hatte Malmö in der dritten Quali-Runde eine 2:4-Niederlage aus dem Hinspiel dank zweier Tore des Kapitäns im eigenen Stadion mit 2:0 wettgemacht.

"Wir wissen, dass alles passieren kann", sagte Rosenberg. Der Druck laste immer noch auf Salzburg. "Das Team hat ganz andere wirtschaftliche Voraussetzungen als wir." Hütter rechnet dennoch mit einem offensiveren Auftritt der Schweden. "Malmö muss ja unbedingt ein Tor schießen", erklärte der Salzburg-Coach. "Ich erwarte viele hohe Bälle in Richtung Strafraum." Mit denen im Notfall auch eine neu formierte Innenverteidigung zurechtkommen muss.

Mögliche Aufstellungen zum Play-off-Rückspiel um den Einzug in die Gruppenphase der Fußball-Champions-League am Mittwoch in Malmö:

Malmö FF - Red Bull Salzburg (Malmö, Swedbank Stadion, 20.45 Uhr/ Live-Ticker auf news.at und Live-Stream auf Puls 4 , SR Damir Skomina/SLO)

Malmö: Olsen - Tinnerholm, E. Johansson, Helander, Konate - Kroon, E. Adu, Halsti, Forsberg - Thelin, Rosenberg

Ersatz: Azinovic - Concha, Hammar, Rakip, Cibicki, Mehmeti, Nazari, M. Eriksson

Es fehlen: Ricardinho (Innenbandverletzung im Knie), Molins (Kreuzbandriss), Thern (Wadenbeinbruch), Blomqvist (fehlende Spielpraxis nach Kreuzbandriss)

Salzburg: Gulacsi - Schwegler, Ramalho, Hinteregger, Ankersen - Kampl, Ilsanker, Ch. Leitgeb, Bruno - Alan, Soriano

Ersatz: Walke - Laimer, Schmitz, Keita, Lazaro, Sabitzer, Quaschner

Es fehlen: Mane (nicht im Kader), Ulmer (Bänderrisse in der Schulter), Schiemer (Muskelverletzung im Adduktorenbereich), Rodnei (Leistenprobleme), Vorsah (Knieverletzung), V. Berisha (Kreuzbandriss), Sörensen (Sprunggelenksverletzung), Carleta-Car (in der Champions League nicht spielberechtigt)

Fraglich: Hinteregger (Oberschenkelprobleme)

Hinspiel: 1:2 - Der Aufsteiger steht in der Gruppenphase der Champions League (Auslosung am Donnerstag/18.00 Uhr in Monaco), der Verlierer in der Gruppenphase der Europa League (Auslosung am Freitag/13.00 Uhr in Monaco).

(APA/Red.)