Christian Ulmen und Collin Fernandes sitzen auf einer Couch.
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Collien Fernandes und der gewaltige Effekt ihrer Leidensgeschichte

Der Leidensweg der TV-Moderatorin Collien Fernandes wirft ein Schlaglicht auf eine rapide wachsende Facette digitalisierter Gewalt gegen Frauen: Deepfakes, in denen reale Personen, meist Frauen, mit pornografischen Inhalten verfremdet und entstellt werden. Es bedarf rasch nachgeschärfter Gesetze.

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Sie sei Morddrohungen ausgesetzt, erklärte Collien Fernandes vergangene Woche. Deswegen werde sie sich Demonstrationen ihr zu Ehren und gegen Cyber-Gewalt fernhalten. Doch gegen ihre Ankündigung war sie in Hamburg dann doch auf der Bühne gestanden. In einer schusssicheren Weste. Für die Solidaritätskundgebung in München am Tag darauf hatten sie dann die Kräfte verlassen. Schon am Wochenende davor hatten fast 3000 Menschen in Berlin ihre Solidarität mit der deutschen TV-Moderatorin und Schauspielerin ausgedrückt, kurz nach dem Erscheinen des „Spiegel“-Artikels, in dem Fernandes ihren Leidensweg samt einer schockierenden Schuldzuweisung an ihren Ex-Mann Christian Ulmen geschildert hatte. Fernandes weilte damals noch in Vietnam bei Dreharbeiten zur ZDF-Serie „Das Traumschiff“, in der sie die Schiffsärztin gibt.

In einem Instagram-Posting erzählt Fernandes neben einem Schwarz-Weiß-Porträt, auf dem sie ein schwarzes Klebeband über dem Mund trägt, unter dem Schlagwort „Richtigstellung“ auch von der Verschleppung ihres Falls bei der Berliner Polizei, nachdem sie im November 2024 dort Anzeige gegen Unbekannt eingebracht hatte. Erst nach der Publikation des „Spiegel“-Covers habe sie erfahren, dass ihre damalige Anzeige längst eingestellt worden war.

Der mediale Flächenbrand, den der Bericht über die jahrelange digitalisierte Gewalt an Collien Fernandes nach sich zog, setzte die deutsche Regierung unter Handlungsdruck. Und tatsächlich: Fernandes wurde von der SPD-Justizministerin Stefanie Hubig zu einem Gespräch über ein „Blitzgesetz“ geladen; 250 prominente Frauen wie die Autorin Sophie Passmann oder die Schauspielerin Veronica Ferres unterzeichneten eine Solidaritätserklärung. Aus der Männerabteilung meldete sich als Erster der Autor Benjamin von Stuckrad-Barre zu Wort, der sich klar von seinem ehemaligen Freund Ulmen distanzierte und seine Schockiertheit ob der Anschuldigungen äußerte.

Angelika Hager

Angelika Hager

leitet das Gesellschafts-Ressort