Eine Frau und ein Mann sitzen, voneinander abgewandt, auf Steinstufen, und starren auf ihre Smartphones.
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Hinge-Hangover, Tinder-Traumata und Bumble-Burnout: Fast 15 Jahren auf dem Online-Paarungsmarkt haben emotionale Spuren hinterlassen. Besonders bei jungen, hoch gebildeten Frauen macht sich Dating-Müdigkeit breit.

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Für unfreiwillige  Singles rangiert der Valentinstag am 14. Februar unter dem Kürzel V-Day, ähnlich wie Silvester, als besonders hartes Datum. Denn unter den Solisten und Solistinnen dominieren jene, die ihre Hoffnung noch nicht begraben haben und in deren Kopf noch immer die Sehnsucht und romantische Vorstellung einer exklusiven Zweisamkeit spukt. Die Vereinzelung der Gesellschaft hat gegenwärtig einen statistischen Höhepunkt erreicht. Mit Stand Jänner 2026 bezeichnet sich laut Single-Atlas des Unternehmens Parship jeder und jede Dritte innerhalb der österreichischen Bevölkerung zwischen 18 und 75 Jahren als Single. Eine paradoxe Entwicklung, angesicht das Tatsache,  dass es seit dem Jahr 2012, der beginnenden  Markt-Dominanz von Tinder und später  seinen zig Derivaten, es noch nie so einfach war, Kontakte unter dem Ziel-Banner von Sex, Beziehung und Liebe zu knüpfen. Bequem von Zuhause und in Loungewear. Ohne öde Barthekengespräche, Marke „Kommst du öfter hierher?”, und überteuerten Mock- oder Cocktails. Dass in der älteren Bevölkerungsgruppe (37 Prozent) das Alleinstellungs-Merkmal hoch ist, scheint durch Scheidungen und Verlust eines Partners logisch. Erstaunlich ist allerdings das Faktum, dass laut einer Parship-Umfrage sich in der Altersgruppe zwischen den 18- und 29jährigen mit 44 Prozent in Österreich die höchste Single-Dichte findet. Was den Paarungswilligkeits-Gap zwischen den Geschlechtern betrifft, ist eine erstaunliche Schieflage auffällig: Während rund 68 Prozent der Männer „was Fixes” anpeilen, sind es unter den Frauen nur 44 Prozent. Jede fünfte Alleinstehende hat zum Zeitpunkt der Befragung kein Interesse an einer Partnerschaft, in der Herrenabteilung liegt dieser Wert bei nur sieben Prozent.

Das Phänomen spiegelt einen internationalen Trend innerhalb der westlichen Gesellschaft wieder: Durch ihre zunehmende finanzielle Unabhängigkeit, die steigende Kinderlosigkeit  und das wachsende Feminismus-Bewusstsein verlieren junge Frauen, die im Bildungssegment ihre Altersgenossen in der Regel abgehängt haben, das Interesse, sich den Mühlen eines nachhaltigen Beziehungsaufbaus zu unterziehen. Vor allem, wenn „das meiste Männermaterial”, so eine GenZ-Interviewpartnerin, „das dir in diesen Dating-Onlinebubbles angespült wird, kein Benehmen und keine Kommunikationstools hat.”

Angelika Hager

Angelika Hager

leitet das Gesellschafts-Ressort