EM-Qualifikation: ÖFB-Team mit wichtigem Heimsieg gegen Montenengro

EM-Qualifikation: ÖFB-Team mit wichtigem Heimsieg gegen Montenengro

Österreichs Fußball-Nationalmannschaft ist der Teilnahme an der EM 2016 einen Schritt näher gekommen. Am 15.11. kommt es bereits zum nächsten richtungsweisenden Spiel, wenn man in Wien gegen den Gruppenfavoriten Russland ran muss.

Die Mannschaft von Teamchef Marcel Koller feierte am Sonntag vor 44.200 Zuschauern im Wiener Happel-Stadion einen hochverdienten 1:0-(1:0)-Sieg über Montenegro und liegt damit nach der dritten Runde in Gruppe G auf Tabellenplatz eins.

Der Joker sticht
Das entscheidende Tor erzielte ausgerechnet Rubin Okotie - der Stürmer von 1860 München war erst durch die Sperre von Marc Janko in die Anfangsformation gerutscht. Außerdem gab es im Vergleich zur Start-Elf vom 2:1 in Moldawien am Donnerstag zwei weitere Änderungen: Der wiedergenesene Martin Hinteregger ersetzte Sebastian Prödl, am rechten Flügel agierte Martin Harnik anstelle von Marcel Sabitzer.

Im Gegensatz zur Zitterpartie in Chisinau präsentierte sich das ÖFB-Team von der ersten Sekunde an in blendender Verfassung. David Alaba und Co. zogen ein phasenweise fulminantes Pressing auf, schnürten die zunächst ohne Manchester-City-Stürmer Stevan Jovetic angetretenen Montenegriner in deren Hälfte ein und erspielten sich eine Vielzahl an Chancen.

Spielfreudiger Arnautovic
In der 4. Minute scheiterte Harnik nach Idealpass von Alaba am Gäste-Goalie Vukasin Poleksic - ein Zuspiel auf den mitgelaufenen Okotie wäre besser gewesen. Drei Minuten später wurde ein Schuss des äußerst spielfreudigen Marko Arnautovic aus kurzer Distanz von Fatos Beciraj abgeblockt, in der 15. Minute parierte Poleksic einen Kopfball von Okotie nach einer Flanke von Fuchs.

In der 24. Minute aber war der montenegrinische Keeper geschlagen: Arnautovic spielte Fiorentina-Verteidiger Stefan Savic schwindlig, seine Hereingabe verwertete Okotie zum überfälligen 1:0. Danach nahmen die Österreicher etwas das Tempo aus dem Spiel, wurden aber gegen Ende der ersten Hälfte wieder gefährlich. In der 41. Minute hatte Poleksic bei einem Schuss von Zlatko Junuzovic Mühe, in der 44. Minute donnerte Hinteregger nach einem Eckball den Ball vom Fünfer weit über die Latte.

Harmlose Gäste
Kurz vor der Pause scheiterte Harnik nach Zuspiel von Julian Baumgartlinger an Poleksic, den abspringenden Ball nahm Junuzovic direkt - der Schuss wurde jedoch von Marko Basa auf der Linie abgewehrt. Von den Gästen war vor dem Seitenwechsel mit Ausnahme einiger harmloser Distanzschüsse und ansatzweise gefährlicher Standard-Situationen nichts zu sehen.

Daran änderte sich auch nach Wiederanpfiff trotz der Einwechslung von Jovetic nichts. Harnik kam in der 50. Minute dem 2:0 nahe, als er nach Hereingabe von Arnautovic per Kopf nur die Latte traf - spätestens zu diesem Zeitpunkt hätte die Partie für Österreich entschieden sein müssen.

Die ÖFB-Kicker spannten die Fans weiterhin auf die Folter, das zweite Tor wollte einfach nicht gelingen. Nach Pass von Baumgartlinger verjuxte der für den angeschlagenen Arnautovic eingewechselte Lukas Hinterseer eine Top-Chance, ließ sich allein vor Poleksic abdrängen und traf nur das Außennetz (67.).

Zittern bis zum Schluss
Dies hätte sich fast in der 74. Minute gerächt: Jovetic tauchte allein vor ÖFB-Schlussmann Almer auf, sein Abschluss fiel jedoch zu schwach aus. Praktisch im Gegenzug entschärfte Poleksic einen Schuss von Hinterseer per Faustabwehr.

Danach riskierten die Montenegriner immer mehr und kamen in der 87. Minute zur Chance auf den Ausgleich. Bei einer Direktabnahme von Mirko Vucinic war Almer auf dem Posten. Wenig später umkurvte Harnik nach Alaba-Pass Goalie Poleksic traf aber aus spitzem Winkel nicht ins Tor.

Es blieb beim knappen 1:0, womit die Österreicher vor dem letzten EM-Qualifikationsspiel in diesem Jahr am 15. November wieder im Happel-Stadion gegen Russland (nur 1:1 gegen Moldawien) schon seit acht Partien ungeschlagen sind. Zuletzt gelang dies der legendären Cordoba-Generation vom 30. Jänner 1979 bis 2. April 1980.

Stimmen zum Spiel:

Rubin Okotie (ÖFB-Stürmer, Tor zum 1:0): "Ich fühle mich unglaublich. Wenn man sich anschaut, was da im Stadion los ist, das ist unglaublich. Privat und sportlich läuft es derzeit bei mir wunderbar, besser kann es nicht sein. Das Tor war super vorbereitet von Marko Arnautovic."

Marcel Koller (ÖFB-Teamchef): "Wir hatten genügend Möglichkeiten, leider haben wir nur eine verwertet. Deshalb war die Anspannung bis zum Schluss sehr groß. Hätten wir den Ausgleich noch kassiert, wäre das sehr ärgerlich gewesen. Trotzdem nehme ich die drei Punkte natürlich sehr gerne. Arnautovic hat das Tor sehr schön vorbereitet. Ich habe immer wieder gesagt, dass wir die Eins-gegen-Eins-Situationen auf den Flanken suchen müssen. Und in der Mitte war Okotie zur Stelle. Die Tabelle sieht natürlich jetzt sehr gut aus, wir stehen zumindest für einen Monat da oben. Aber es ist nur ein Zwischenstand, vor uns liegt noch viel Arbeit."

Marko Arnautovic (ÖFB-Mittelfeldspieler): "Ich hätte gerne weitergespielt, aber ich hatte starke Schmerzen. Das hätte nichts gebracht. Es war ein Schlag auf die Hüfte, ich hoffe, es ist nicht mehr. Ich kann mich nicht an alle 38 Länderspiele erinnern. Aber es war sicher eines der besseren. Es war wichtig, dass wir als Mannschaft so gut agiert haben. Wir hatten genug Chancen, dass das Spiel höher gewonnen wird. Es war eine überragende Mannschaftsleistung. Wir sind glücklich über die sechs Punkte, die wir in dieser Woche geholt haben."

Zlatko Junuzovic (ÖFB-Mittelfeldspieler): "Wir waren spielerisch sehr überzeugend. Wir haben uns viele Torchancen herausgespielt. Einziges Manko war, dass wir sie nicht verwertet haben. Die ganze Entwicklung von uns ist sehr positiv, weil wir viele Spieler haben, die aus meiner Sicht überragend sind. Dieser Lehrgang war sehr gut. Gegen Russland wollen wir jetzt auch das Maximum herausholen, das wird ein schwieriges Spiel. Aber hier zu Hause können wir jeden schlagen."

Branislav Brnovic (Montenegro-Teamchef): "Wir haben nicht gut ins Spiel gefunden. Nach der Einwechslung von Jovetic ist es besser geworden, aber unser Problem war wieder die Chancenauswertung. Uns hat heute ein Organisator im Mittelfeld gefehlt, Österreich war da mit Alaba und Junuzovic viel besser aufgestellt."

(APA/Red.)