"Fifty Shades of Grey": Die Lust an der Unterwerfung

Sind alle Frauen Masochistinnen?

Sind alle Frauen Masochistinnen?

100 Millionen verkaufte Bücher, zum Bersten gefüllte Kinosäle: Der Hype um „Fifty Shades of Grey“ bricht alle Rekorde. Feministinnen sind entsetzt, Sexualforscher und Psychiater beschwichtigen: Schmerz und Unterwerfung gehörten immer schon zur erotischen Kultur. Doch woher kommt die Lust der Frauen an sexueller Erniedrigung?

Bei Alfreds erotischen Reisen werden keine Grenzen gesetzt. Erst unlängst machte der Wiener Spezialist für „Urlaube jenseits der Realität“ eine deutsche Managerin, die Wien einmal ganz anders kennenlernen wollte, sehr glücklich. Sie hatte einen Trip in der Rubrik „Erotische Verführung“ gebucht: In einem Verlies wurde sie dann nackt und gefesselt von Alfred und seinem Team „verhört“ und anschließend in einen Kerker gebracht, wo ihr Freund bereits „strahlend“ auf sie wartete. Die Extremtouristin bedankte sich wenige Tage später in einem Schreiben dafür, dass ihre sexuellen Fantasien, in denen „dunkle Raubritter und Verliese“ seit jeher eine wichtige Rolle gespielt hatten, endlich einmal verwirklicht worden waren.


Sind alle Frauen Masochistinnen?

Für solche Puristen des erotischen Genres BDSM (die in der Sexualforschung gängige Abkürzung für „Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadism & Masochism“) ist das dreibändige Unterwerfungsmärchen „Fifty Shades of Grey“ der britischen TV-Produzentin Erika Leonhard reiner Hausfrauenkram. Der Schriftsteller Salman Rushdie urteilte fassungslos über dessen Erfolg: „Verglichen mit diesem Machwerk ist die Vampir-Saga ,Twilight‘ so gut wie Tolstois ,Krieg und Frieden‘.“ ...

Lesen Sie die Titelgeschichte von Angelika Hager und Salomea Krobat in der aktuellen Printausgabe oder als E-Paper (www.profil.at/epaper)!