Fußball-WM: Frankreich vs. Ecuador - Ergebnis 0:0

Fußball-WM: Frankreich vs. Ecuador - Ergebnis 0:0

Eon 0:0-Unentschieden reicht Frankreich zum Gruppensieg und schickt Ecuador nach Hause. Rückschau: Das Wort Titelaspirant will Didier Deschamps dieser Tage nicht hören. Trotz bisherigen Glanzleistungen bei der WM-Endrunde in Brasilien bemüht sich Frankreichs Teamchef vehement, die Erwartungen in die "Bleus" nicht allzu hoch werden zu lassen. Der Achtelfinaleinzug scheint nach zwei Siegen nur noch Formsache, am Mittwoch (22.00 Uhr MESZ, Live-Stream ab 21:45 Uhr) wartet zum Gruppenabschluss die Partie gegen Ecuador.

Frankreich benötigt im Maracana-Stadion von Rio de Janeiro einen Zähler, um den Einzug in die K.o.-Phase unter Dach und Fach zu bringen. Als Erster der Gruppe E würde man es mit dem Zweiten der Gruppe F zu tun bekommen, in der Argentinien, Nigeria und der Iran um den Aufstieg kämpfen. Ecuador hilft nur ein Sieg, um aus eigener Hand das zweite Mal nach 2006 ins Achtelfinale vorzustoßen. Den Südamerikanern sitzt die punktegleiche Schweiz im Nacken.

Im Lager der Franzosen wollte man vor der Partie noch nicht von möglichen nächsten Aufgaben sprechen. Nach zwei Erfolgen bei einem Torverhältnis von 8:2 ist das Selbstbewusstsein der in der Heimat bereits gefeierten Equipe allerdings enorm gestiegen. "Noch vor fünf, sechs Monaten gab es in Frankreich überhaupt keine Begeisterung. Das ist inzwischen wegen der guten Ergebnisse ganz anders", blickte Mathieu Valbuena zurück. "Wir strotzen vor Selbstvertrauen."

Der 1,66 Meter große Offensivmann von Olympique Marseille schwärmte vom aktuellen Teamgeist der in der Vergangenheit oft zerstrittenen Franzosen. Valbuena, der bei der Chaos-WM in Südafrika 2010 nur wenige Minuten gespielt hatte, warnte deshalb auch: "Erst wenn es hier kompliziert wird, werden wir wissen, wie wir darauf reagieren und was in diesem Team wirklich steckt."

Drei Siege in der Gruppenphase eines großen Turniers hat Frankreich zuletzt bei der Heim-WM 1998 geschafft. Damals gewannen die Blauen - mit Deschamps als Kapitän - den bisher einzigen WM-Titel für die Grande Nation. Nun überzeugen sie mit Tempofußball und einem blitzschnellen Umschaltspiel.

"Versuchen, ihre Taktik zu zerstören"
Ecuador will dies wenn möglich unterbinden. "Wir haben Frankreich gut analysiert. Wir wissen, wie sie spielen. Wir wollen versuchen, ihre Taktik zu zerstören", kündigte Teamchef Reinaldo Rueda an. Während dem Kolumbianer sein eigentlicher Star Antonio Valencia Sorgen bereitet, soll Enner Valencia wieder für Furore sorgen. Der 25-Jährige hat wie Frankreichs Karim Benzema drei Turniertreffer zu Buche stehen. Er sorgte somit im Alleingang für Ecuadors bisherige Ausbeute.

Valencia will mindestens noch ein weiteres Tor erzielen, um "Geschichte zu schreiben". Der beim mexikanischen Club Pachuca unter Vertrag stehende Angreifer wäre mit vier WM-Toren vor Agustin Delgado alleiniger Rekordhalter seines Landes. Er will sich in Rio auch erneut für einen Wechsel nach Europa empfehlen.

Ecuador wird wohl in derselben Formation wie beim 2:1 gegen Honduras einlaufen. Bei Frankreich sind Wechsel zu erwarten. Mit Mittelfeldmann Yohan Cabaye fehlt ein Akteur wegen einer Gelb-Sperre, der bereits verwarnte Patrice Evra wird wohl pausieren. Der Einsatz der Innenverteidiger Raphael Varane (Gastroenteritis) und Mamadou Sakho (Oberschenkelzerrung) ist fraglich.

Zusätzlich motivieren soll die Franzosen die Aussicht auf Familiäres. Nach der Partie wartet der erste Abend mit ihren Frauen und Freundinnen nach dreieinhalb Wochen.

Ecuador - Frankreich (Mittwoch, 22.00 Uhr MESZ, Rio de Janeiro, Maracana, SR Noumandiez Doue/CIV // Live-Ticker auf news.at , Live-Stream ab 21:45 Uhr )

Mögliche Aufstellungen

Ecuador: 22 Dominguez - 4 Paredes, 2 Guagua, 3 Erazo, 10 W. Ayovi - 16 A. Valencia, 6 Noboa, 14 Minda, 7 Montero - 13 E. Valencia, 11 Caicedo
Ersatz: 1 Banguera, 12 Bone - 18 Bagui, 21 Achilier, 5 Ibarra, 8 Mendez, 15 Arroyo, 19 Saritama, 20 Martinez, 23 Gruezo, 9 Rojas, 17 J. Ayovi
Teamchef: Reinaldo Rueda (COL)

Frankreich: 1 Lloris - 2 Debuchy, 13 Mangala, 21 Koscielny, 17 Digne - 18 Sissoko, 12 Mavuba, 14 Matuidi - 8 Valbuena, 9 Giroud, 10 Benzema
Ersatz: 16 Ruffier, 23 Landreau - 3 Evra, 15 Sagna, 19 Pogba, 22 Schneiderlin, 7 Cabella, 11 Griezmann, 20 Remy
Es fehlt: 6 Cabaye (gesperrt)
Fraglich: 4 Varane (Gastroenteritis), 5 Sakho (Oberschenkelzerrung)
Teamchef: Didier Deschamps

Virtueller Rundgang durch das Stadion:


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(apa/red)