Fußballkolumne: Warum die Erste Liga ein Segen für die Länderkunde ist

Immer wieder Erste Liga: Wie wär's mit einem Austauschjahr in Innsbruck?

Immer wieder Erste Liga: Wie wär's mit einem Austauschjahr in Innsbruck?

Kabinenpredigt“ - die profil-Fußballkolumne. Österreichs zweithöchste Spielklasse wird ab der nächsten Saison so attraktiv wie noch nie. Das ist höchsterfreulich – auch für die Länderkunde.

Fußballkunde ist Länderkunde. Und am besten lernt es sich immer noch, indem man die Tabellen der nationalen Fußballmeisterschaften studiert. Doch wenn ein italienischer Schüler dieser Tage im Deutschunterricht eine österreichische Zeitung in die Hand bekommt, dürfte sich das Interesse für den Nachbarn in Grenzen halten. Grödig, Altach, Ried, Wolfsberg, Admira Wacker Mödling, Mattersburg heißen sechs der zehn Vereine in Österreichs höchster Spielklasse. Keine schlechten Fußballmannschaften, aber keine Gründe, um voller Vorfreude ein Zugticket zu buchen oder sich zu erkundigen, wie es denn um Schüleraustauschplätze in Österreich steht.

Sechs Landeshauptstädte, eine Hauptstadt, zwei EURO-Stadien

Doch ein Blick auf die Tabelle der Ersten Liga, Österreichs zweithöchster Spielklasse, könnte in unserem jungen italienischen Fußballfreund doch noch Neugierde wecken: Die Erste Liga wird in den nächsten Jahren nämlich so attraktiv wie noch nie. Mit Austria Salzburg, LASK Linz, SKN St. Pölten, Austria Klagenfurt, Wacker Innsbruck und dem Floridsdorfer AC sind ab der nächsten Saison sechs Landeshauptstädte inklusive Bundeshauptstadt vertreten. Zudem spielen mit Kapfenberg, Austria Lustenau und Wiener Neustadt drei ehemalige Bundesligisten in der Liga. In Innsbruck und Klagenfurt stehen außerdem zwei von vier Stadien der EURO 2008.


Austria Salzburg und Austria Klagenfurt werden der Fanentwicklung zusätzlich guttun

Zugegeben: Es ist ja nicht so, dass die Bundesliga vollkommen uninteressant wäre. Schafft es Red Bull Salzburg endlich in die Champions League? Können Rapid oder Sturm Salzburg den Titel streitig machen? Erholt sich die Austria? Aber die Erste Liga verspricht Wochenende für Wochenende mehr an Unterhaltung und Spannung – und das bei nicht unbedingt weniger Zusehern. Grödig hatte diese Saison mit durchschnittlich 1.650 Zusehern den schlechtesten Schnitt der Bundesliga, und selbst Austria Wien kam im Schnitt auf nur 6.748 Zuseher pro Heimspiel. Im Gegenzug verzeichnete in der Ersten Liga Wacker Innsbruck als Mannschaft mit den meisten Zusehern einen Schnitt von 3.959 Fans pro Heimspiel. Die beiden Aufsteiger Austria Salzburg und Austria Klagenfurt werden der Fanentwicklung in Österreichs zweithöchster Spielklasse zusätzlich guttun.

Bleibt nur zu hoffen, dass sich die Erste-Liga-Vereine in den nächsten Jahren nicht finanziell übernehmen und wieder von Provinzklubs abgelöst werden. Dann kann man unserem italischen Schüler auch guten Gewissens ein Zugticket nach Klagenfurt oder ein Austauschjahr in Innsbruck ans Herz legen.