"Gutmensch" zum Unwort des Jahres 2015 gewählt

"Gutmensch" zum Unwort des Jahres 2015 gewählt

Mit dem Vorwurf „Gutmensch“ werden Toleranz und Hilfsbereitschaft pauschal als naiv, dumm und weltfremd, als Helfersyndrom oder moralischer Imperialismus diffamiert, so die Begründung der Jury.

Die Verwendung dieses Ausdrucks verhindere somit einen demokratischen Austausch von Sachargumenten. Die sprachkritische Aktion «Unwort des Jahres» wurde 1991 von Prof. Dr. Horst Dieter Schlosser (Frankfurt am Main) ins Leben gerufen und ist seit 1994 institutionell unabhängig. Die Aktion «Unwort des Jahres» möchte auf öffentliche Formen des Sprachgebrauchs aufmerksam machen und dadurch das Sprachbewusstsein und die Sprachsensibilität in der Bevölkerung fördern.

Für das Jahr 2015 wurden 669 verschiedene Wörter eingeschickt, von denen ca. 80 auch den Unwort Kriterien der Jury entsprechen. Die Jury erhielt insgesamt 1644 Einsendungen. Die zehn häufigsten Einsendungen insgesamt, die allerdings nicht sämtlich den Kriterien der Jury entsprechen,waren Lärmpause [165], Willkommenskultur [113], Gutmensch [64], besorgte Bürger [58], Grexit [47], Wir schaffen das! [46], Flüchtlingskrise [42], Wirtschaftsflüchtling [33], Asylgegner/-kritiker/Asylkritik [27] und Griechenlandrettung/ Griechenlandhilfe [27].